Verfasst von: Felix Arnst | 7. September 2008

Bürgernähe der Polizei, pro und contra

Man muss in der „Polizei“ nicht immer den grimmig dreinblickenden Mann mit erhobenem Zeigefinger oder rachsüchtig hinter einer Hecke wartenden „Wegelagerer“ sehen, der es lediglich darauf abgesehen hat einen wegen 5 Km/h zuviel oder 1mm zu wenig Reifenprofil irgenwo möglichst wirksam an den Pranger zu binden.

Die vielen Notwendigkeiten, zu denen eine möglichst effektive und schnelle Polizeiarbeit unabdingbar ist, brauche ich hier sicher nicht zu erwähnen. Das System der für ALLE gleich geltenden Grundordnungen ist daher sicher völlig in Ordnung, nur leider sind es oftmals die Bürger die denken in irgeneinem Punkt etwas „gleicher“ zu sein, als schon der unmittelbare Nachbar, von Leuten die man aus persönlichen Gründen nicht mag, einmal ganz abgesehen…

Auf die Idee zu diesem Artikel kam ich, als ich den darunter angesiedelten – zu den Pressemitteilungen der Polizei – eingestellt hatte und dabei die Internetseite der Landespolizei Schleswig Holsteins besuchte.

Dort sprang mir doch gleich eine Menüpunkt ins Auge, der sofort mein Interesse erregte:

Onlinewachewas kann das den sein? Ein Chatraum für gestresste Bürger, ein Forum für verfolgte Stalkingopfer, moderiert von einem Polizeibeamten, der dort unmittelbar mit Rat und Tat zur Seite steht?

Gibt es kein Telefon mehr?

Da waren also gleich mehrere Fragen und vermutungen in meinem Kopf, noch bevor ich den Link dann auch tatsächlich anklickte..

Die Onlinewache ist nach dort angegebenen Text und Thema folgendes, Zitat:

„Wenn Sie Opfer oder Zeuge einer Straftat geworden sind, können Sie hier online eine Anzeige erstatten. Die eingehenden Anzeigen werden automatisch an die zuständige Dienststelle weitergeleitet. Sollte der Tatort nicht im Bereich der Polizei Schleswig-Holstein liegen, wird die Anzeige von uns an die zuständige Polizeidienststelle weitergeleitet.“

Und weiter:

„Wenn Sie mit einer Maßnahme der Polizei oder dem Verhalten von Polizeibeamten nicht einverstanden sind, können Sie hier Ihre Beschwerde einreichen. Sie können uns aber auch mitteilen, wenn sie besonders zufrieden mit der Arbeit Ihrer Polizei sind.“

Neben der Möglichkeit dort beschwerden loszuwerden, hat dort also tatsächlich JEDER Gelegenheit online Strafanzeigen zu verfassen…

Kommentar:

Da möchte ich nun wirklich nicht am anderen Ende des Mailpostfaches sitzen und erfahren wie viele denunziantisch angehauchte „Mitbürger“ den lieben langen Tag nichts besseres zu tun haben als die halbe Nachbarschaft mit der jetzt schon völlig überlasteten Dienststellen (auch) der Staatsanwaltschaft zu konfrontieren, weil ein Hund ständig bellt oder sonstwie völlig falsch parkender Nachbarn wieder einmal sonstwie, gehörigen Anstoss erregten, weil sie angeblich diffamierten, oder einfach nur mal kurz und knapp die passende Antwort auf „soetwas“ gaben? Können solche Leute auch vernünftog miteinander umgehen, sich selbst ein paar Ungereimtheiten eingestehen und sich anschliessend (bestenfalls) gegenseitig entschuldigen? Muss da immer ein Uniformträger oder letztlich nicht selten, auch ein Richter her?

Der Prozentsatz der Personen die ein solches – sehr „bürgernahes“ Angebot nur nutzen, weil Ihnen entweder der Aufwand einer per Fax direkt an die Staatsanwaltschaft übermittelte (hoffentlich begründete) Anzeige zu hoch/viel ist, aber mal eben gewillt sind vom heimischen Laptop (von der stillen Kammer) aus auf irgendwen „loszugehen“, dürfte nicht gerade gering sein…

Ich könnte mir vorstellen, dass ein solches Angebot nicht immer nur Bürgernähe vermittelt, sondern auch in einer Weise herstellt, die am eigentlichen Ziel weit vorbei führt.

Für die Personen, denen man durch diesen Service etwas die Brührungsängste mit einer Polizeibehörde nehmen möchte, ist es allerdings sicher eine gute und nützliche Sache.

Wie sich dieser Service letztlich für die Beamten in der jeweiligen Dienststelle tatsächlich darstellt, inwieweit der Service tatsächlich sachgerecht genutzt wird, wissen dieses sicher besser zu beurteilen.

Quelle und mehr…


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