Verfasst von: baffyscorpion | 28. Juni 2011

Aachen Video Dokumentation

Aachen Video – Dokumentation 2. Weltkrieg

Stunde Null – Aachen 1945

Eine Dokumentation und Erinnerung von Aachen 1944 für die Nachwelt von Hobbyfilmer Hans Lahaye mit einer Sondergenehmigung gedreht, welche ich Ihnen als “Öcher” nicht vorenthalten möchte.

 

Landung in der Normandie 

Nach einem Angriff filmte er die schwer beschädigten Strassen, Verkehrswege und Gebäude. Der Aachener Bahnhof wurde zur Alliiertenvorbereitung für die Landung in der Normandie ein militärisch strategisches Angriffsziel. Ausserhalb der Sondererlaubnis filmte Lahaye auch diese militärischen Schäden.

Die Stadt Aachen war zu dieser Zeit den Luftangriffen schutzlos ausgeliefert. Auch das Aachener Rathaus bleibt nur durch Zufall völliger Zerstörung bewahrt, da die Bomben die alle Stockwerke durchschlugen Blindgänger waren. Im Mai 1944 erfolgten die beiden letzten Großangriffe. Telefonnetze fielen aus und Elekrizitäts- Wasser- und Gasversorgung brach zusammen, während die Aachener in Bunkern verbrachten und aus Feldküchen verpflegt wurden.

Der Reichs Propaganda Minister macht selbst aus dieser Not heraus noch Propaganda. 37 Kirchen, 46 Schulen 5800 Wohnhäuser und 60% aller Fabriken wurden restlos zerstört. Am 06.Juni.1944 fanden mit der Landung in der Normandie die Luftangriffe auf Aachen ihr Ende. Am 12.September drangen die Amerikaner bis zum Pälzer Turm vor, da der Aachener Stadtwald nicht durch Panzerlinien gesichert gewesen war.

Aachen Evakuierung

Südlich Aachen durchbrachen die Amerikaner einen Tag später den Westwall. General Graf Schwerin übernahm am Morgen des 13.September den Befehl im Abschnitt Aachen. Er wollte die sinnlose und planlose Evakuierung Aachens verhindern geriet allerdings vor ein Kriegsgericht. In der Wochenschau wurde eine zielgerechte Evakuierung von Frauen und Müttern dargestellt mit über die Strassen ziehende Grenzbevölkerung.

Und wieder Propaganda als Alois Jansen aus Monschau 15 Minuten vor laufenden Kameras mit seiner Familie sprechen durfte. Aachen wurde im Oktober von den amerikanischen Streitkräften umzingelt und es wurde ein schriftliches 24-stündiges Ultimatum gestellt. Somit sollte die Stadt mit sofortiger Wirkung eingenommen werden, entweder durch sofortige bedingungslose Übergabe oder durch rücksichtslosen Sturmangriff.

Die ungenutzte Frist wurde auf 2 Tage verlängert. Mit der Einschließung Aachens am 15.Oktober begann der Endkampf. Zum ersten Mal wurde die amerikanische Fahne bei der Eroberung einer deutschen Großstadt hochgezogen. Das Ende des Krieges schien nahe, aber die Flaggenhissung am Suermond Museum hatte mehr eine symbolische Bedeutung – der Sieg war psychologisch groß, strategisch eher gering.

Die deutsche Front hielt östlich von Aachen noch über ein Jahr. Der Winter brachte im Hürtgenwald zu einer der verlustreichsten Schlachten des Krieges. Mit der Rettung des Stadtarchives, welches in Monschau ausgelagert war wurde ein Stück Vergangenheit gerettet – in einer Stadt deren Gegenwart zerstört war.

Die historische Kathedrale von Aachen, wo im Mittelalter die Kaiser gekrönt wurden war stehen geblieben. Im November durften die evakuierten Aachener wieder in ihre Stadt zurück kehren. Franz Oppenhoff wurde als Oberbürgermeister ernannt, dessen Name aber aus Sicherheitsgründen geheim gehalten wurde und als erster Bürgermeister einer Großstadt nicht unterzeichnet worden.

Kein gleichwertiges Schicksal suchte die Stadt Aachen vorher heim wie dieser Krieg, kein Stadtbrand, keine Seuche, keine Hungersnot. Es fehlte an Allem – an Kleidung, Geld, Nahrung, Wohnungen, Werkzeugen und Hilfsquellen. Bitterste Not lag hinter den Aachenern und lange Aufbauzeit vor ihnen.

General Eisenhauer teilte den Aachenern mit, als Sieger, aber nicht als Unterdrücker gekommen zu sein. Bis heute zu ist in Aachen niemals eine Strasse nach Adolf Hitler benannt worden. Im Januar 1955 schien sich durch das Erscheinen der ersten Zeitung das Leben in Aachen zu normalisieren, doch 20 Kilometer östlich der Stadt tobten erbitterte verlustreiche Kämpfe.

Am 25.März.1945 wurde Bürgermeister Oppenhoff von einem Kommande ermordet.

Bericht: Dirk Gier, Aachen


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