Marco Weiss Film Eindruck über türkische Gefängnisse Kritik
Der Film über Marco Weiss, der 247 Tage in türkischer Gefangenschaft saß, empört die Türkei.
Zahlreiche türkische Zeitungen kritisieren den Film, der dieser Tage auf Sat1 ausgestrahlt wurde, und hohe Einschaltquoten erzielte. Veronica Ferres und Herbert Knaup waren geeignete Filmpartner für Vladimir Burlakov, der die Hauptrolle als Marco Weiss spielte.
Der Film schildert die Geschichte von Marco Weiss, der wegen angeblicher Vergewaltigung an einer minderjährigen Britin in türkischer Untersuchungshaft saß. Mittlerweile ist Marco Weiss rechtskräftig verurteilt. Die Strafe: 2 Jahre, 2 Monate und zwanzig Tage Haft auf Bewährung.
Nach dem Film, der in der Türkei wegen der Darstellung von Justiz und Polizei Empörung ausruft, ist auch der frühere Tourismusunternehmer und SPD-Europaabgeordnete Vural Öger empört und übt Kritik an dem Film. So bestätigte er, Marcos Vater hätte ihn um Hilfe gebeten, worauf er den Jungen in türkischer Haft besuchte. Im türkischen Gefängnis war es laut seiner Aussage nicht schmutzig, so wie es im TV Film dargestellt wurde. Auch habe sich der Jugendliche Marco Weiss nicht über etwaigige schlechten Haftbedingungen beschwert.
Wir müssen glauben was man uns da erzählt – zum Glück müssen wir es ja nicht am eigenen Körper erleben.
Medien stellen gerne einmal die türkischen Gefängnisse und deren Haftbedingungen grausam und spektakulär dar, wie schon im Kinofilm von 1977, 12 Uhr nachts – Midnight Express, wo von einem amerikanischen Studenten Billy Hayes erzählt wird, der am Flughafen Istanbul verhaftet wurde, als er versuchte Rauschgift aus der Türkei in die USA zu schmuggeln.
Film von Marco Weiss verpasst? Jetzt kostenlos anschauen: http://www.sat1.de/filme_serien/marco-w/video/ganze-folgen/clip_marco-w-_155556/



Die Kritik von Herrn Öger zeigt leider, dass er den Film überhaupt nicht gesehen hat. Er hat Marco im Dezember 2007 im neuen Gefängnis besucht in das der Junge im November 2007 verlegt worden war. Dass es dort sauberer und moderner aussah, verwundert wohl nicht. Marco war aber die meiste Zeit im alten Gefängnis in einer Sammelzelle mit über 30 Schwerverbrechern untergebracht. Dort hat ihn Herr Öger aber nie besucht. Hätte Herr Öger den Film gesehen, hätte ihm das kaum entgehen können. Das hätte aber auch den vielen Zeitungen auffallen können, die die Kritik von Herrn Öger unkommentiert veröffentlicht haben. Ein schwaches Bild.
Von: Andreas am 27. März 2011
um 6:11 pm
Hallo zusammen,
dass es sich nicht um einen Dokumentarfilm handeln kann, ist dem Betrachter bewusst.
Dennoch fragt man sich, warum – wenn es sich doch eine mediale Übertreibung handeln könnte – die Löcher mancher Käse aus der Schweiz oder den Niederlanden mit den Jahren nicht an Kaliber zunahmen, wenn Übertreibungen so probat wären.
Es muss an etwas anderem liegen und auch die Aussage eines Herrn Öger, können nicht über bestimmte Dinge hinwegtäuschen. Vielleicht liegt es an der Gesamtheit der dortigen Kultur, wegen der schon einige Urlauber einsitzen mussten.
lG
Lutz
Von: Lutz Spilker am 29. März 2011
um 9:09 am