Google Street View – Was darf Google?
Durch Deutschland geht ein momentaner Aufschrei, nachem Google, der Internetriese, angekündigt hat, Fotos von Häusern und Straßenzügen der 20 größten Städte aus Deutschland ins Netz zu stellen.
Die Frage: Darf Google das? Inwieweit wird dadurch die Privatsphäre eines Einzelnen berührt, wenn seine Hausfront plötzlich öffentlich ist? Ist es nun richtig, dass man Nein sagen muss, wenn man nichts von sich preis geben muß, oder sollte Google vielmehr vorher fragen, ob ein Haus derart öffentlich gemacht werden darf.
Google fotografiert schon seit langem in deutschen Städten, umso erstaunlicher, dass die Debatte in der Bundespolitik erst jetzt auf den Tisch kommt. Dies macht Google ja nicht, um die Bilder in einem privaten Bilderalbum zu sammeln. Den Aufschrei in den Städten, als die Kamerawagen dort unterwegs waren, blieb anscheinend ungehört.
Kommt dazu, dass Google nicht der einzige Anbieter ist, der Geoinformationssysteme bastelt. Die Kommunen fügen die Daten ihrer Ämter zusammen und stellen diese ins Netz. Dann können sich die Nutzer ein Bild davon machen, wieviel Ärzte oder Pflegeeinrichtungen es in einem bestimmten Umkreis gibt, oder wie welches Grundstück in einer beliebigen Straße geschnitten ist.
Solche Daten kann man sinnvoll nutzen, sie aber auch missbrauchen, ebenso wie es mit den Google Angeboten möglich ist. Seit dem Internetzeitalter ist das Thema Datenschutz eh komplexer, als er zu Zeiten ohne Netzzugang war. Hier bedarf es klarer gesetzlicher Vorgaben und keinen Aktionismus, der sich gegen einen einzelnen Anbieter richtet.



Ich werde mich an der Aktion beteiligen, die Häuser zu fotografieren, die von Google geschwärzt werden. Diese werden dann via Geotagging bei Google Earth hochgeladen. Es ist doch wirklich keine große Sache, ich finde Street View sehr nützlich.
Von: Anna am 16. August 2010
um 3:59 pm
Anna, dann lese mal bitte die auf http://www.Protest-gegen-Google.de die ersten Fallbeispiele.
Bin gespannt auf Deine Antwort
LG
Karl-Heinz
Von: K.-H. Schuster am 17. August 2010
um 2:25 pm
Hallo Karl Heinz
Ich befürchte dieses Ausmass bei Google Street View nicht. Wie ich schon sagte, dient dieses Geoinformatiossystem eher der Technik und nicht dem privaten Ausspionieren von gesellschaftlichen Klassen. Es ist auch ohne Street View bekannt, welche sozialen Brennpunkte es in Deutschland gibt.
Auch sind die Preise in wohlhabenden Wohngebieten auch jetzt schon deutlich teurer. Man kann sich über das bestehende Tool Google Earth ja auch schon einen Eindruck über die Wohnlage und Wohngegend machen. Eines darf man nicht vergessen! Alle schimpfen über Google, aber welcher private Dienstleister bietet so viele kostenlose Tools an wie Google?
Jeder nutzt sie, aber keiner will sie, genau wie bei der größten deutschen Zeitung und dem bekannten amerikanischen Fastfood Kette.
Von: baffyscorpion am 17. August 2010
um 4:11 pm
Hallo, endlich habe ich mal wieder ein bisschen Luft, um auf Deiner Seite zu stöbern. Ich finde es echt interessant, wie viel Wirbel um Street View gemacht wurde und irgendwie hört man mittlerweile kaum noch davon.
Ich denke auf jeden Fall, dass alle, die ihr Haus schwärzen lassen, dann auch von dieser Dienstleistung bei Google ausgeschlossen werden sollten. Denn die Anzahl derer, die sich gerne mal die Orte im Ausland über Street View ansehen, um sich ein Bild vom Urlaubsort zu machen, ist sicher nicht gerade gering.
Zudem sind die Häuser ja bereits auf Google Earth und weiteren Satellitenbildern überall zu sehen.
Viele Grüße
Patty
Von: Patty am 9. September 2010
um 11:59 pm