Sparen mit Zwang
Über EU Verordnungen ist schon viel geschrieben und noch mehr gelästert worden. Doch nun bringt eine neue Verordnung die Deutschen erstmals komplett aus der Fassung: Das Verbot der 100 Watt-Glühlampe, das zum 1.September in Kraft getreten ist. 130 Jahre lang war die Glühlampe der Inbegriff von Licht, jetzt soll es sie nicht mehr geben. Statt ihrer leuchtet nun die Energiesparlampe.
Oder auch nicht, denn Stromsparpotential hin, Klimaschutz her, das neue Teil gefällt nicht jedem. Die Form ist gewöhnungsbedürftig, das Licht, das die Lampe abgibt, wird als kalt empfunden, darüber hinaus enthlt sie giftiges Quecksilber. Zudem streiten sich die Experten, ob das Einsparpotential an Energie, das ja nicht nur das Portmonee der Verbraucher entlastet, sondern auch Kraftwerkskapazitäten schonen soll, wirklich so hoch ist, wie angepriesen. 
Sparlampen gibt es schon lange, auf breiter Front durchgesetzt haben sie sich nicht. Natürlich ist es sinnvoll, Energie zu sparen, ob aber der Zwang der Europäischen Union dazu beiträgt, den Lampen zu mehr Akzeptanz zu verhelfen, ist fraglich. Außerdem: Erst im Februar haben die Umweltminister beim UNO-Treffen in Nairobi entschieden, die Nutzung von Quecksilber weltweit zu verbieten. Der Energiesparlampe wird es dann auf Dauer also an den Kragen gehen. Vielleicht ein Lichtblick!



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