Verfasst von: impuls2008 | 20. Juni 2009

Piratenpartei Deutschland…Initial- oder Fehlzündung?

zensursula2So sehr ich den Unmut über diverse politische Ereignisse und Themen in unserem Lande verstehe, so wundere ich mich noch mehr darüber welche Wege derzeit überdacht werden um diese Tendenzen unterbinden, ändern oder zumindest ein Stück weit beeinflussen zu wollen?

LoeschenStattSpeichern-bann1

Nur allein die Schnauze voll zu haben nützt nichts,

…dies wurde unter oberem Link auch völlig richtig dargestellt, nur wirkliches, zielgerichtetes Engagement kann Veränderungen bewirken, soweit stimme ich dem auch gern inhaltlich zu.

Nur wo befindet sich eine Alternative, oder wie schafft man sie. Wie sollte solch ein Programm sinnvollerweise aussehen, was ist primär zu berücksichtigen?

Mittlerweile ist es Jahrzehnte her, da fand die erste kleine „Revolutuion“ im Bundestag statt.

Damals waren es die Grünen… die mit einem riesigen Paket Idealismus, Turnschuhen an den Füssen und mit dem Fahrrad zum Plenarsaal angereist, strickend in den Abgeordnetensesseln - einen kräftigen Kontrast zu den sonst überlicherweise dort anzutreffenden Volksvertretern bildeten.

Die Fahrräder verschwanden irgendwann und wurden durch die üblichen Dienstwagen ersetzt,  Lederjacken, Wollpullover und Birkenstock- Sandalen wichen Top- Design Bekleidungen, zumindest ist dies bei einigen der früheren „Alternativen“ heute deutlich zu sehen der Fall. Was man sagen muss ist, dass diese Partei ihren Inhalten immer treu blieb, nicht ohne Grund hält sie sich wahrscheinlich genau aus diesem Grund über die vielen Legislaturperioden im Bundestag.

Sagen möchte ich damit, dass politische Alternativen durchaus Unterstützung beim Bürger finden, sofern die Inhalte und deren Umsetzung glaubwürdig sind und diese auch langfristig bleiben.  Anfangs von den etablierten Parteien eher verlacht, wurden die Grünen später Koalitionspartner der SPD und  übernahmen dazu auch die berühmte Regierungsverantwortung. Auch dies war ein Punkt den man dieser Partei von Seiten der politischen Gegner immer wieder abgesprochen hatte. Es zeigte sich, dass man dieser Verantwortung über eine lange Zeit, recht breit akzeptiert, durchaus gerecht wurde. Ein Joschka Fischer überraschte lange Jahre so manchen Zweifler mit einem straff und ordentlich geführten Außenministerium.

Die zweite Verschiebung der politischen Kräfte in unserem Lande findet gerade statt, die Linke gewinnt immer mehr an Boden, nicht zuletzt seit dem Oskar Lafontaine dort ebenfalls engagiert ist. Ich denke diesbezüglich wird sich in Bezug zu politischen Veränderungen, hin zu alten sozialen Grundlagen innerhalb der Politik – so wie dies in den 60iger und 70iger Jahren in einer guten Ausgewogenheit zwischen Arbeitnehmervertreteren und Wirtschaft einmal erfolgreich praktiziert wurde,  in den kommenden Jahren wieder einiges tun, zumindest hege ich diese Hoffnung.

Wie es in oberem Artikel richtig beschrieben ist, hat sich im letzten Jahrzehnt vieles Verändert, auch das Internet nimmt zu reichlich Hintergründen eine immer wichtiger werdende Stellung ein.

Mich wundert es daher nicht, dass irgendwann auch das Internet zu einem bedeutsameren, politischen Thema werden musste, als mittlerweile immer wichtiger werdender Teilbereich in unserer Gesellschaft.

Alles womit sich eine ausreichende Anzahl von Bürgern befassen ist irgendwann auch Gegenstand politischer Aktivitäten und bildet eine entsprechende Lobby dazu, dies teilweise ja auch durchaus gerechtfertigt.

piratenparteiErst vorletzte Woche noch hatte ich selbst das Thema Gesetzesänderung unter dem Deckmantel der Bekämpfung von Kinderpornografie aufgegriffen, auch ich bin für Löschung anstelle von Zensur. Insofern kann ich mich nicht mit den dazu verfassten Regularien identifizieren, sehe derzeit jedoch keine Möglichkeit auf politischem Wege, das vorerst letzte Wort wird wohl wieder einemal das Bundesverfassungsgericht haben. Dies ist der Weg den unsere Verfassung bzw. Grundgesetz in diesen Fällen vorsieht. Ob es in Bezug zu den gegenständlichen Fragen sinnvoll und Ausdruck von sachkompetenter Politik ist, immer erst höchstrichterliche Entscheidungen  abzuwarten oder zu provozieren,   ist eine zusätzliche Frage die ich stellen würde.

Piratenpartei Deutschland

Also ich muss schon sagen, da stört mich bereits der Name, dieser wirkt auf mich fürchterlich „unerwachsen.“ Dieser kommt mir irgendwie so vor als hätten sich Kinder in der Sandkiste etwas dazu ausgedacht?

Wer mag kann sich deren Programm einmal genauer ansehn, ich fürchte nur dies wird nichts.

Mich würde echt mal interessieren was andere davon halten?

Nachtrag:

Drüben bei Lutz gibt es nun auch ein hübsches Video mit recht aussagekräftigem Text zum Thema:

…und natürlich hat eine richtige Web2.0 Partei natürlich auch ein Forum: http://forum.piratenpartei.de/viewtopic.php?f=23&t=4777


Antworten

  1. Nun, wenn ich schon so schön zitiert werde, hier auch gleich meine „2 cents“ dazu… ;)

    Natürlich ist der Name immer etwas, worüber man streiten kann. Ich finde ihn aber gut gewählt, weil Piraten Freigeister waren und unsere moderne Gesellschaft in Zeiten der weltweiten Vernetzung viel mehr Freidenkertum braucht als das althergebrachte Denken in Klischees, in Ständen und in sonstigen Schubladen. Das kann so was einfaches wie Religionszugehörigkeit sein (also wer schon „christlich“ im Parteinamen hat, distanziert sich doch automatisch schon von allen Moslems, Hindu, Juden etc., die da schon allein des Namens wegen nicht dazugehören können…?), das kann aber auch so etwas wie Bürgerrechte oder die Transparenz eines Staatsapparates betreffen.

    Und ja, das Programm liest sich momentan noch etwas – ja: jung eben. Genau deswegen ist es aber noch formbar.

    Denn wir dürfen nicht vergessen: Dein Posting richtet sich wohl an alle, die nur einfach meckern, selber aber nichts machen wollen. Genau davon habe ich aber auch die Schnauze voll, wie in meinem Beitrag zu lesen ist. Ich will mich nicht weiter einfach hinsetzen und „auf die da oben“ schimpfen und mir irgendeine Partei aussuchen, die zu X Prozent mit meiner Meinung übereinstimmt. Ich will mitmachen! Ich will meine eigene Meinung vertreten! Ich will gestalten!

    Und deswegen bin ich jetzt Pirat. Weil das – ähnlich wie die Grünen damals zu ihrer Gründungszeit – noch eine junge Partei ist, in der noch nichts festgefahren ist, sondern in der sich noch vieles erst entwickeln muss. Wer bei uns mitmacht, wird nicht mit einer fertigen Satzung und einem eingefahrenen Wahlprogramm konfrontiert – der kann und darf jederzeit selbst mitdiskutieren, an der Meinungsbildung teilhaben und somit die Richtung noch beeinflussen.

    Ich für meinen Teil sehe beispielsweise enormes Potential im Bereich der Umwelt. Da ist das Programm der Piraten noch sehr lau. Ich bin aber radikal Öko. Was könnte ich also tun? Ich könnte zu den Grünen, weil die im Öko-Bereich mit mir übereinstimmen. Aber dafür haben sie mit ihrer Enthaltung beim Zensurgesetz jegliche Glaubwürdigkeit verloren. Ich könnte zur ÖDP. Die ist mir aber zu christlich. Also: auf zu den Piraten, denn da werde ich als Cyberwesen schon mal ernst genommen und verstanden und in Richtung Umweltaspekt dieser Partei obliegt es nun mir selbst, mein Maul aufzumachen und die Mitpiraten davon zu überzeugen, dass es einfach vernünftig ist, mehr Wert auf Umweltschutz und Bioware und allgemein Ökologie zu legen…

    Wie gesagt: wer mitmachen will, ist jederzeit willkommen. Wer allerdings nur im Sessel sitzen und sich „das geringste Übel“ aussuchen will – der kann uns dennoch wählen, da wir wenigstens noch mit ziemlichem Bezug zur Realität über die wichtigen Themen diskutieren und vernünftige Lösungen entwickeln.

  2. Ich hänge auch der „Löschen statt Zensieren“ – Fraktion an, also bin ich stolz auf die FDP und alle Abgeordneten, die sich gegen dieses dämliche Gesetz gestellt haben. Es ist schon etwas lächerlich, per Gesetz ein Verfahren einzuführen, das ich als uninteressierter Techniknutzer mit dem kleinen Finger… äh, dem Ändern oder abtippen einer IP-Adresse… aushebeln kann.

    Das Progamm der Piratenpartei lächelt mich schon ab, aber ihre Haltung zum Urheberrecht ist erstens nicht fassbar (die Formulierung der Forderungen ist schwammig und die Diskussionen darüber drehen sich im Kreis), und zweitens finde ich als kunstschaffender Mensch den lieben Vorschlag, mich nach 5 Jahren zu enteignen, wirklich grenzwertig.

    Zur Übersetzung: In der Diskussion zur Urheberrechts-Änderung der Piratenpartei wird vorgeschlagen, dass künstlerische Werke nach 5 Jahren in das Allgemeingut übergehen. Die Begründung dazu ist, dass ein Künstler und/oder Verwerter binnen 5 Jahren den meisten Gewinn abschöpfen kann, danach wäre ja sowieso alles nur noch vernachlässigbar.

    Also schreibe ich einen Roman (Arbeitszeit 1 Mannjahr) und er geht 5 Jahre nach Erstveröffentlichung ins Allgemeingut über. Etwas anders ausgedrückt: Ich stricke mir ein Paar Strümpfe (Arbeitszeit 2 Manntage), und nach 5 Jahren gehört dieses Paar allen, nicht nur mir. Die Begründung dessen ist, dass die kulturelle Technik des „Strickens“ ja gemeinfrei ist und deshalb meine Strümpfe gemeinfrei werden… hä?

    Ich bestehe schon darauf, dass die Früchte meiner Arbeit lebenslang mir gehören, wenn ich sie nicht anderweitig abgebe.

    Es kann durchaus sein, dass die Piratenpartei sich zu einer ernsthaften Gruppierung mit vertretbaren Idealen mausert und etwas mehr Technikverstand in den Bundestag bringt. Aber das wird wohl noch dauern.

    –Thea
    Herzogenaurach, Germany

  3. Hallo Ihr,

    lukuhlus überrascht mich etwas, leider wenig in positivem Sinne:

    Einerseits hat er hier wohl den mit Abstand längsten Kommentar verfasst der hier jemals zu lesen war, …eigentlich fröne ich nicht selten dieser (un)Tugend ;-) …andererseits jedoch fertig gebracht kaum etwas gesagt zu haben, was nicht schon vorher in seinem von mir verlinkten Artikel stand. Auch fehlt mir die inhaltliche Argumentation komplett, sowohl hier im Kommentar, und auch schon vorher auf dessen Blog. Dass eine Partei neu oder jung ist, kann doch wohl kaum das einzige Privileg sein um sich dort zu engagieren? Die „Geistige und moralische Erneuerung“ war übrigens eine Wahlkampfaussage der CDU in den 80iger Jahren, wir haben alle gesehen was später aus dieser „Moral“ wurde… Dann lese ich den folgenden Satz:

    „Denn wir dürfen nicht vergessen: Dein Posting richtet sich wohl an alle, die nur einfach meckern, selber aber nichts machen wollen.“

    Sorry, aber damit bist Du sowas von auf dem Holzweg!

    Du schreibst selbst, dass Du nun mit fast 40 bisher politisch völlig unaktiv warst, nun bist Du ein paar Tage Mitglied einer Initiative und unterstellst Dritten diese seien nicht bereit etwas zu TUN?

    Mein Artikel stellt im Grunde lediglich die Frage wie sinnvoll es ist es auf dem beschriebenen Wege versuchen zu wollen, nichts weiter.

    Mit Werturteilen gegenüber Personen die einem nicht einmal bekannrt sind und deren Motive ebenfalls nicht einmal angesprochen wurden, sollte man sich nun wirklich etwas zurück halten.

    Mein Leben spielt sich nicht primär im Cyberspace ab, das reale Leben ist mir da schon ein gutes Stück weit wichtiger.

    Auch finde ich Sätze wie:

    „…also wer schon “christlich” im Parteinamen hat, distanziert sich doch automatisch schon von allen Moslems, Hindu, Juden etc.“

    höchst bedenklich. Ich denke, und mit mir sicher die überwiegenbde Zahl von Personen, die mir in den letzten, über 50 Lenzen begegnet sind, dass die Religionszugehörigkeit eine genauso freie Wahl wie eine politische Zugehörigkeit ist.

    Ich verstehe jedenfalls nicht wie man einem anderen ernsthaft seine Religionsangehörigkeit vorwerfen kann, was umgekehrt ebenso deutlich gültig sein könnte?

    Da bin ich doch wieder einmal froh, dass ich Atheist bin, da hat man wenigstens auf dieser Schiene kein Brett mehr vorm Kopf.

    Wer sagt Dir denn, dass Christen „automatisch“ Juden nicht mögen oder sich dazu distanzieren und umgekehrt? Woher kommen denn ein solch vorsintflutlich klischeehaftes Denken? Eigentlich hat das 21. Jahrhundert bereits vor fast einem Jahrzehnt begonnen.

    Im übrigen sind Angehörige der CDU in meinen Augen keine Christen sondern in erster Linie einmal Lobbyisten, , sonst sähe die Politik sicher um einiges anders aus.

    Nochetwas:

    Piraten waren keine „Freigeister“, sondern Freibeuter. Sie nahmen sich also einfach was diese gerade haben wollten, ohne sich darum zu scheeren was dies möglicherweise für Auswirkungen für die ehemaligen Besitzer haben könnte.
    Unsozialer kann man wohl kaum gepoolt sein!
    Jemand der so redet hat wohl etwas zu sehr und oft „Piraten der Karibik“ als Anschauungsmaterial konsumiert?

    Freidenken ist meiner Ansicht nach etwas ganz anderes und solange diese neue Partei so repräsentiert wird fehlt mir etwas der Bezug zu den sachgebundenen Fragen, persönliche Überzeugung allein ist mir da viel zu wenig. Wo bleiben die Argumente bei solch einer Betrachtung?

    @ Dorothea,

    Deine Haltung findet meine vollste Unterstützung, auch betreffend der merkwürdigen Haltung zum geltenden Urheberrechtes habe ich das Pateiprogramm hier schließlich in Frage gestellt.

    Piraterie gehört meiner Ansicht nach zurück ins 16. Jahrhundert, so bietet man dem politischen Gegner lediglich Ansatzpunkte.
    Einfach nur bedauerlich wie unüberlegt solche Ansätze doch sind.

  4. Hallo zusammen,

    machen wir’s kurz:

    „Zwei Dinge sind unendlich, das Universum und die menschliche Dummheit, aber bei dem Universum bin ich mir noch nicht ganz sicher.“

    Albert Einstein

  5. Ich schreibe eigentlich immer so viel, also nicht wundern… ;o)

    Aber ich seh schon, das mit den „christlichen“ Parteien ist überhaupt nicht so rübergekommen, wie es sollte. Mein Fehler. Ich arbeite ja auch noch an meiner schriftlichen Argumentationstechnik. Bis zu deren Perfektion allerdings nichts zu sagen, wäre auch ein Fehler, oder?

    Was ich damit nur aussagen wollte, war etwas zur polarisierenden Namenswahl. Keinesfalls sollte das eine Wertung sein, sondern nur ein Anstoß, darüber nachzudenken, dass es durchaus auch andere Parteinamen gibt, bei denen man sich denken kann, dass die allein vom Namen her schon polarisieren, das aber nur nicht tut, weil sie schon so etabliert sind. Also finde ich es nicht fair, jemandem einen „Kindisch“-Stempel aufzudrücken, nur weil man selbst bei dem neuen Namen „Piratenpartei“ diese Assoziation hat.

    Recht hast Du auch bezüglich meines Vorurteils der Zielgruppe dieses Artikels. Ich sollte mich tatsächlich vorher besser über die jeweiligen Autoren informieren. Ich bin allerdings in letzter Zeit über viel zu viele Blogs gestolpert, in denen es genau so war. Also ein Autor gibt nur eine Bewertung ab, ob die Piraten nun „wählbar“ sind oder nicht. Und die Leser kommentieren genauso, also ob sie die wählen oder nicht. Die Absicht, selbst aktiv zu werden, war da nirgends erkennbar. Man verzeihe mir daher meine Scheuklappen, dass ich davon ausging, das hier sei ein weiterer solcher Blog…

    Und bezüglich der Urheberrechts-Debatte: ich bin selber Musiker und habe ein starkes Interesse an diesem Thema. Man muss allerdings deutlich unterscheiden zwischen dem Urheberschutz und den Verwertungsrechten. Der Autor eines Buches oder Musikstücks wird immer der gleiche bleiben und meiner Überzeugung nach sollte der auch erhalten bleiben. Also die Quellenangabe muss bleiben. Wenn ich heute ein Musikstück aus den 80ern mit meiner Band „verwurschtle“ und neu interpretiere, müssen wir nach wie vor dazu verpflichtet sein, das auf der CD anzugeben. Gleiches sollte für schriftliche Werke oder Bilder und dergleichen gelten.

    Zu überlegen ist aber, ob es nach wie vor sinnvoll ist, diese „Sache“ bis zu 80 Jahre nach dem Tod des Autors unter Strafandrohung nicht verwenden und/oder weiterentwickeln zu dürfen, ohne eine nicht unerhebliche Lizenzgebühr zahlen zu müssen. Man muss bedenken, dass diese Regelung auch aus einer Zeit stammt, in der der Innovationszyklus noch deutlich länger war als er das heute ist.

    Hier muss man kurz abschweifen und erklären, dass diese Forderung der Piraten nach 5 Jahren primär aus der Welt der Patente kommt. Als das Patentrecht eingeführt wurde, machte es ja durchaus Sinn, sich ein Patent sichern und nahezu unendlich verlängern zu können. Inzwischen sind wir aber an einem Punkt, an dem sich Innovationen überschlagen, da um so vieles mehr geforscht wird und die technischen Möglichkeiten nicht zuletzt dank des Computers explodiert sind. Was aber oft in einer Sackgasse endet, weil patentierte Technologien daran beteiligt sind und die Kosten für die Nutzungsrechte von den Inhabern einfach horrend hoch angesetzt sind, so dass es sich viele einfach nicht leisten können. Wie viele gute Ideen und Verbesserungen bleiben also deswegen auf der Strecke? Ist es also in unserer heutigen Zeit wirklich noch sinnvoll und der Menschheit förderlich, wenn Innovation und Weiterentwicklung aufgrund eines Gesetzes von vor 132 Jahren (also schon bald zu Zeiten der Piraterie ;o) ) gebremst werden?

    Also natürlich soll jemand dafür entlohnt werden, wenn er eine gute Idee hat und diese zum Patent anmeldet, einfach weil er auch ein gutes Produkt daraus bastelt, das sich gut verkauft. Aber muss die staatliche Protektion, dass kein anderer diese Idee nutzen darf, wirklich so lange gelten? Und sollte man nicht darüber nachdenken, so etwas wie einen „moralischen Faktor“ einzuführen, was die Preisgestaltung dieser Lizenzgebühren angeht?

    Und schon sind wir wieder beim Urheberrecht. Der „moralische Faktor“. Und der Wandel der vorherrschenden, gesellschaftlichen Haltung, aus der sich ja sowas wie die „Moral“ erst bildet und die wiederum in der jeweiligen Gesetzgebung des Landes resultiert. Ein einziges, schönes Beispiel: bei uns ist Hundefleisch verpönt und daher ist im Tierschutzgesetz auch verankert, dass man Hunde nicht zum Verzeher schlachten darf. In China ist diese Haltung anders. Und auch wenn ich keine Quelle dazu finde, bin ich mir sicher, dass das in Deutschland irgendwann mal anders war, also dass ein Wandel stattgefunden hat. Gewagter Vergleich, aber hat sich dank des Internet und dem jederzeit freien Zugang zu Information nicht bereits auch ein diesbezüglicher Wandel in der Gesellschaft abgespielt? „Wir alten“, die wir noch ohne Computer und mit nur 3 Sendern aufgewachsen sind, denken und empfinden da vielleicht noch anders. Aber die Generation, die jetzt heranwächst, kennt es nicht anders und versteht daher auch nicht, dass Musik früher direkt an das Medium gebunden war. Also dass man tatsächlich eine LP oder Cassette kaufen musste, um überhaupt in den Besitz von Musik zu kommen oder sie kopieren und abspielen zu können. Heute ist Musik aber völlig vom Datenträger losgelöst. CD, MD, MP3, Stick, Player, Handy, Festplatte, Tesa-Film – Musik ist unabhängig vom Medium geworden.

    Früher ging man deswegen einfach her und hat auf Leerkassetten einen entsprechenden Aufschlag beschlossen, der wiederum der GEMA oder sonstigen Institutionen zufloss, die das an die Künstler verteilten. Genauso machte man es mit Kopierern, Druckern und CD-Brennern. Und jetzt? Müssen wir das jetzt auch noch auf Festplatten, USB-Sticks, Handys und wasweißichnoch ausdehnen? Wo soll das irgendwann mal aufhören? Und wo sehe ich als GEMA-Mitglied diese Einnahmen eigentlich? Ich werde nur dafür vergütet, dass ich irgendwo im Radio gespielt werde und dass ich hier und dort ein Konzert hatte. Ach ja, seit neuestem werde ich auch dafür vergütet, wenn mein Song bei mp3.de, musicload.de und anderen angeschlossenen Portalen abgespielt wird. Von diesen Abgaben, die auf Geräte aufgeschlagen werden, sehe ich aber nichts in unserer jährlichen Abrechnung.

    Ich bin deswegen auch und gerade als Musiker für ein Umdenken, was das alles angeht. Also weniger, was die Verwertung von Musik angeht, denn natürlich muss es möglich sein, auch länger als nur 5 Jahre Geld mit seinem Werk zu machen. Aber ich bin für eine absolute Entkriminalisierung der Hörer. Es kann nicht sein, dass wie gerade in den USA passiert, ein utopischer „Schaden“ von 80.000$ pro Song angesetzt wird und jemand zu 1,9 Millionen Dollar Strafe verdonnert wird, weil er sich 24 Lieder heruntergeladen hat. Das ist unmoralisch. Derzeit aber gesetzlich erlaubt. Und genau dagegen wollen wir Piraten etwas unternehmen. Wir wollen nicht Musiker und Autoren enteignen – wir wollen einfach nur einen vernünftigen Umgang mit den Konsumenten.

    Natürlich finden sich innerhalb der Piraten auch andere Meinungen, die teilweise tatsächlich sehr radikal sind und einer Enteignung gleichkommen. Aber ein derartiges Spektrum findet man wohl für so ziemlich jedes Thema in jeder Partei, d.h. da sind wir nicht anders als die etablierten Volksparteien. Ich für meinen Teil stehe jedenfalls zu dem, was ich jetzt zu erklären versucht habe und um das zu vertreten, bin ich Pirat geworden. Also dass auch die Sichtweise eines Künstlers einfließt und ein vernünftiger Konsens gefunden wird, der den neuen Technologien und Entwicklungen in der Gesellschaft, den Produzenten und den Konsumenten von „Information“ jeglicher Art gerecht wird und jeder was davon hat.

    Die Haltung, sich einfach dieser Partei zu verweigern, eben weil sie erst mal so ein radikales Umdenken fordert (so wie die Grünen es damals bezüglich Umweltschutz forderten), finde ich deswegen insofern gefährlich, weil sich die Sache dann zu leicht verselbständigt. Seht es also so: ich versuche, mit meiner Piraten-Mitgliedschaft besonders bezüglich der Urheberrechts-Debatte so etwas wie ein „gemäßigter Pol“ in der Partei zu sein, der auch Eure Interessen vertritt und nicht einfach nur das komplette Aufheben des Urheberschutzes und dergleichen fordert… ;o)

  6. Hallo lukuhlus,

    so kann man argumentieren, nun verstehe ich Deine Sichtweise, diese ist nun wesentlich besser vermittelt.

    Aber teilen muss man diese nicht.

    Im Ergebnis dient dieser Artikel bisher der Diskussion des Themas und der einzelnen Standpunkte, dies und nichts anderes hatte ich damit bezweckt.

    Gibt es einen besseren Ansatz im Netz?

    Parteien und Politiker müssen den Bürger (Wähler) überzeugen, dies wird noch ein weiter Weg für die Piraten werden, das Netz ist dabei die kleinste Hürde.

    Grundsätzlich mag ich den allgemeinen Ansatz sogar, ich reibe mich lediglich an dem WIE der bisherigen Umsetzung, dazu sollte man aufmerksamer differenzieren.

    Ich bin sehr gespannt wie sich diese Bewegung entwickeln wird.

    Reden, Schreiben, TUN… dazwischen liegen Welten, dies wissen wir sicher beide sehr genau.

    Ich wünschte mir manche neuen (auch politische) Ansätze halt bei etwas besserer Planung und gründlicherer, sachbezogener Überlegung, dies ist eigentlich schon alles, von hier aus…

    @ Lutz,

    ja der Albert! …ist sicher ganz froh so manches Treiben in unseren Tagen gar nicht bewerten oder gar als Realität akzeptieren zu müssen.

    Mir ging das obere Zitat regelmässig durch den Kopf, wenn ich die Ergebnisse fast einer jeden Bundestagswahl der letzten 20 Jahre gesehen habe.

  7. …erster Achtungserfolg:

    http://politik.germanblogs.de/archive/2009/06/08/die-piratenpartei-mit-straffen-segeln-auf-ins-europaparlament.htm

    Wobei Ergebnisse unter 1% bei relevanten Wahlen derzeit keine wirkliche Ermutigung sind. Wenn ich mir überlege, dass das Rechte Lager da deutlich mehr Stimmen abräumt, stellen sich mir schon wieder ganz andere Fragen.

  8. Hallo zusammen,

    standen zu früheren Zeiten Bunker als Zuflucht parat, so änderte sich auch dieses Verhalten, welches bei einigen Zeitgenossen eher an ein trotziges Kind, denn an einen erwachsenen Menschen zu erinnern vermag:

    http://newsticker.sueddeutsche.de/list/id/660552

    lG
    Lutz

  9. Im Grunde gibt es nur diese eine Möglichkeit, eine Lobby für die Themen der „Digital Natives“ zu etablieren: Und das sind die Piraten. Darüber kann man denken was man will und ganz ehrlich, mir ist das Programm – auch wenn es noch etwas holprig ist – wichtiger wie ein Name. Und genau aus diesem Grund werde ich nicht nur mein Kreuz bei den Piraten machen, sondern bin der Partei auch beigetreten.

    Mehr dazu unter http://renefischer.ws/2009/06/demokratie-auf-abwegen/

  10. Sorry René,

    aber ist dies nicht auch ein rein parteipolitisch geprägtes Denken? Übernimmt man damit nicht genau die Argumentationsketten und das vormals gerügte Verhalten der sogenannten Altparteien, nur unter einem anderen (frischer klingenden) Namen?

    Wäre ich in der Materie besser bewandert, könnte ich ein Urteil oder auch nur eine Meinung zu den anderen Parteien vertreten, in Bezug zum Umgang mit modernen Medien. Klammert man die CDU einmal aus, was kann man den anderen Parteien tatsächlich zum Vorwurf machen?

    Grundsätzlich halte ich nichts davon irgendwelche politischen Parolen nachzuplappern oder lediglich zu wiederholen, deren tiefere, sachliche Verwurzelung ich nicht beurteilen kann, beobachte aber immer wieder, dass andere damit offenbar keinerlei Problem zu haben scheinen?

    Was ist mit den diversen Fach- Ausschüssen anderer Parteien zum Thema, sind diese wirklich alle nur mit Knallköppen besetzt. War auch der abtrünnige SPDler vorher ein solcher „Knallkopp“ und jetzt ist er ein akzeptiertes Fachorgan der anderen, jungen Partei, nur weil er vor Kurzem notgedrungen dorthin gewechselt hat?

    Ich denke man sollte alle Parteien an ihren Leistungen messen, bisher haben die Piraten jedoch ausser diversen noch nicht einmal in der Ferne umgesetzten Ankündigungen nichts überzeugendes geleistet, oder?

    Ich bin solche Dinge betreffend sehr kritisch, dabei spielt es für mich keinerlei Rolle welche Partei sich gerade wieder einmal weit aus dem Fenster hängt.

    Demagogie wie bei der CDU ist das Allerletzte was ein Bürger braucht, unerfüllte, kaum jemals in unserer politischen Landschaft umsetzbare und zu realisierende Versprechungen aber auch nicht.

    Was mich viel mehr interessieren würde ist, WAS genau dich von den Piraten überzeugt hat?

    Derzeit sehe ich nur zwei gleichbedeutende, aber real zutreffende Momente.

    Wer seine Stimme mit den Piraten vergeigt, könnte auch gleich ins Lager der passiven Nichtwähler flüchten. Unter dem Strich käme dies nämlich auf das exakt gleiche Ergebnis hin. Ideale sind eine feine Sache, haben aber mit der derzeitigen politischen Landschaft und deren Verhältnismässigkeit oder Kräfteverteilung nichts zu tun. Eine „Politische Kraft“ benötigt zuallererst einmal Kraft, wer unbedingt eine derzeit noch völlig unbedeutende Kraftlosigkeit wählen möchte, der soll dies tun.

    Ich glaube es ist schon sehr lange her, dass ich Politik und Vernunft bei einem Politiker unter einem einzigen Hut gesehen hätte.

    Helmut Schmidt war eine solche Person. Schade, dass die Jüngeren nur Merkel & Co. kennen, daher wundert mich euer Eindruck nicht einmal.
    Es gab auch einmal Zeiten wo unser Parlament nicht nur Ausdruck und Werkzeug von dafür gut bezahlten Lobbyisten war.

  11. Das ist ganz und gar kein Nachgeplapper sondern meine tiefe Überzeugung. Das Thema „neue Medien“ braucht eine Lobby, wenn es in Deutschland nicht nachhaltig durch die Borniertheit und Lernresistenz der alten Männer beschädigt werden soll. Es ist Zeit für einen politischen Wandel, für eine neue – jüngere und offenere Generation politisch motivierter Menschen und Politiker.

  12. „Eine “Politische Kraft” benötigt zuallererst einmal Kraft, wer unbedingt eine derzeit noch völlig unbedeutende Kraftlosigkeit wählen möchte, der soll dies tun.“

    Tut mir leid, aber nach dieser Logik hätten die Grünen niemals entstehen können. Und auch die Linke hätte niemals eine Chance gehabt. Dann gäbe es für immer und ewig nur die drei Parteien, fertig.

    „Ich denke man sollte alle Parteien an ihren Leistungen messen, bisher haben die Piraten jedoch ausser diversen noch nicht einmal in der Ferne umgesetzten Ankündigungen nichts überzeugendes geleistet, oder?“

    Nun – was sollen wir auch schon groß „leisten“, wenn wir noch keine politische Macht haben, außer dass wir massiv und erfolgreich Aufklärung im Volk betreiben, die erfolgreichste Online-Petition aller Zeiten mitorganisiert haben, Aktionstage wie letzten Samstag organisieren und genau das tun, was wir mit unserer noch sehr geringen Macht tun können: unsere Stimme erheben, die Menschen zum Nachdenken bringen und Wähler mobilisieren?

    Lasst uns teilhaben an Entscheidungen, wählt uns in den Bundestag und dann werdet ihr schon sehen, dass wir auch überzeugende politische Arbeit leisten können und werden. Dieses Argument ist jedenfalls so wie wenn ein 18jähriger 1,5er-Abiturient von einem Arbeitgeber prinzipiell abgelehnt wird, weil der ja schließlich noch keine Berufserfahrung hat und deswegen keine Referenzen vorzuweisen hat, egal welches Potential in ihm steckt und wie sehr er sich um den Arbeitsplatz bemüht.

    Ich finde, es geht einfach darum, einen neuen Aspekt in die Politik einzubringen. Vor Jahren war es der Gedanke an Umwelt und Natur – und so, wie sich unsere Volksvertretung sich entwickelt hat, ist es nun einfach an der Zeit, dass das Thema Bürgerrechte und fairem Umgang mit geistigem Eigentum im digitalen Internet-Zeitalter auf den Tisch gehört. Und da müssen eben auch Leute ran, die selbst Kompetenz auf diesem Gebiet besitzen und sich nicht nur immer auf Ausschüsse, Arbeitsgruppen und Fraktionszwang ausruhen. Ich sag wieder mal zum Vergleich die Grünen: bis zu deren Einzug waren nicht wirklich viele Leute im Parlament gesessen, die Ahnung von Landwirtschaft hatten, aber viele Mitglieder der Grünen hatten damals entsprechenden Hintergrund, waren selber Bauer und dergleichen…

  13. @ René,
    stimmt, ganz meine Meinung, aber bitte mit einem dazu geeigneten Programm, mit dem man sich auch als Mensch auf Basis unserer rechtlichen Grundordnungen identifizieren kann.

    @ lukuhlus,

    stimmt auch, hätten sich damals nicht Visionäre über die bestehenden Grundlagen einfach „hinwegbewegt“, gäbe es die Grünen nicht.

    Nur fürchte ich, dass ich damals auch nicht geglaubt hätte, dass die es jemals schaffen könnten.

    Es ist ein für einen durchgegerbten Realisten wie mich sehr schieriges Thema, daher sagte ich ja weiter oben schon, ich bin sehr gespannt was daraus wird.

    Und wenn wir hier vom Alter reden, dann sollte man die alten Frauen nicht vergessen!

    Alter ist kein Prädikat, Jugend aber noch weniger, wenn es um die Beurteilung komplexer Zusamenhänge und deren möglichen Auswirkungen geht. Erfahrungen sind nützlich, aber kaum übertragbar. Dies gilt leider zu fast jedem Thema.

    Eines habt ihr Beiden jedenfalls erreicht, jetzt schaue ich mir dies Parteiprogramm noch einmal sehr viel genauer an…

  14. Ach ja, hatte ich nicht gesagt, dass das kommen wird: http://www.golem.de/0906/67899.html ;o)

    Für Nicht-Klicker: aktuelle Meldung, dass Urheberrechtsabgabe auf USB-Sticks und Speicherkarten definitiv so bald als möglich kommt. Zwar nur 10 Cent pro Stück und unabhängig von der Größe, aber immerhin.

    Vor allem: auch wenn ich diese Dinger jetzt wirklich nur beruflich verwende oder alles andere als kopiergeschütztes Material drauf packe – die Musikindustrie verdient dennoch dran mit und ich habe keine Möglichkeit, mich dem zu entziehen. Eigentlich nicht dumm von Sony, BMG und Konsorten…

  15. Schöner Artikel, gefällt mir.
    Genau, wie du bin ich mir in Sachen Piratenpartei unsicher.

    Ich sehe in ihr viel Potential, aber will sie wirklich erfolgreicher werden muss sie, Wohl oder Übel, massenkompatibler werden.
    D. h. im Genaueren:
    Sie muss sich eine zweite Basis neben der Internetpolitik aufbauen. Meiner Meinung nach würde sich Umweltpolitik, wegen ihrer immer wichtiger werdenden Rolle, und der oftmals gleichen Anhängerschaft anbieten.

    Zur Aufnahme von Jörg Tauss in die Piratenpartei:
    Ich bin mir hier nicht sicher, ob es ein kluger Schritt war Jörg Tauss mit großem Medienspektakel in die Partei aufzunehmen. Ich denke das hat dem Ruf der Piratenpartei in Deutschland, leider, denn ich vertrete auch die Meinung, dass man so lange als unschuldig angeshen werden soll, bis einem wirklich etwas nachgewiesen wird, sehr geschadet.
    Jörg Tauss ist meiner Meinung nach einer, wenn nicht der beste Politiker in diesem Fachgebiet. Sollte sich aber herausstellen, dass er wirklich Medien mit kinderpornografischem Inhalt für der eigen Konsum gesammelt hat, wäre das mit Sicherheit das Ende für die Piratenpartei.
    Ich persönlich halte den Schritt Jörg Tauss in die Partei aufzunehmen an sich für richtig, bzw. eine Nichtaufnahme würde ja gegen die eigenen Prinzipien verstoßen, ob es im Nachhinein allerdings als klug erweisen wird, wird sich mit der Zeit zeigen.

  16. Nachtrag:
    Ein Punkt den ich völlig vergessen habe, der aber sehr, sehr wichtig ist:
    Ein Gutes hat die ganze Debatte, um die Internetzensur und generell die Zukunft des Internet in der Politik, denn es beschäftigen sich endlich wieder mehr JUNGE Leute mit Politik.

    So, jetzt bin ich fertig,

    Hannes =)

  17. Hallo,

    nur ganz kurz mein Beweggrund:

    Der Punkt Nummer 5 des Piratenparteiprogramms!

    Das alleine würde uns allen hier in diesem Land so gut tun. Gnadenlos den Staatsapparat auf Offenheit und Dienstleistung auslegen.

    Das ist dermaßen ein neues Denken (ich benutze absichtlich nciht das Wort „revolutionär“) , von dem ich begeistert bin. Man stelle sich den Imagewandel vom lenkenden Staat zu einem der dir hilft, der strukturiert Dinge mit Hilfe der Bürger gemeinsam in Angriff nimmt. Das mittelfristige Ziel muss nicht Abgrenzung sondern Symbiose im Denken sein, das würde eine grundlegende Identifizierungsmöglichkeit schaffen die uns alle positiv treffen würde.

    Die ganzen Verflechtungen die unter der Hand laufen, wie jetzt diese USB Geschichte z.B. das würde alles offen liegen wer da was mit wem ausgemacht hat!

    Das hat nichts mit links rechts, Kapitalismus oder Kommunismus zu tun, sondern mit einer neuen Art wie Wissen verarbeitet und gelebt wird zum Wohle aller.

    Ich hoffe das bleibt keine Utopie!

    Nur mal mein Hauptbeweggrund, der zweite ist ich bin ein freier Mensch und kann selber entscheiden was gut für mich ist, da brauch ich keinen Staat der mir Ego-Shooter und meinen online gaming clan erklärt. Das zensieren zu wollen ohne an die wahren sozialen Defizite ranzugehen ist eine Farce gegen die ich kämpfe!

    Und wenn es eine Partei dazu braucht um den alten ignoranten Menschen in diesem Land Macht wegnehmen zu können, dann soll es eben eine Piratenpartei sein! Denn in längeren Gesprächen mit einem sehr sehr guten Freund im hohen Alter von 79 , weiss ich das einfach eine riesengroße Menge alter Leute nach dem Motto „Nach mir die Sinnflut“ lebt. Leider. Nicht alle aber eben zuviele.

    Schönen Tag noch

  18. Hallo Ihr,

    oben haben sich eine ganze Reihe guter Argumente hinzu gesellt, die schlichtweg nicht von der Hand zu weisen sind, ABER …wie bereits viel weiter oben angesprochen, kommt es immer auf die (realistisch zu betrachtenden) Inhalte an, die eine Partei vermittelt um eine möglichst breite Wählerschaft erreichen zu können.

    Ich denke gar nicht daran den Piraten ihre Glaubwürdigkeit absprechen zu wollen, aber wie steht es um deren tatsächliche politischen Möglichkeiten?

    Da sehe ich das Problem.

    Und bitteschön, ALT oder Jung ist eine Polarisierung die bei diesem Thema absolut nichts zu suchen hat.

    Dies gilt für die Politik wie das Internet gleichermassen. Lasst euch dies von einem Marketingkaufmann mit Schwerpunkt im Online- Marketing ruhig recht eindringlich gesagt sein. 40% der derzeitigen Internetuser sind 50+ Jahre alt, dies ist nicht nur eine Zielgruppenanalyse sondern die Realität im www.

    Schon vergessen wer das Netz für euch gebastelt hat?

  19. Also sorry,

    das Jung gegen Alt ist absolut ein Thema hier!

    Nicht das körperliche sondern das geistige Alter meine ich hier!

    Und dieser Graben der Verweigerung etwas zu lernen und neue Medien anzunehmen herrscht noch gewaltig hier , das darf gerne sein, aber nicht auf Kosten anderer.

  20. Hallo zusammen,

    ///
    die eine Partei vermittelt um eine möglichst breite Wählerschaft erreichen zu können
    ///

    So sehe ich es ähnlich.

    Eigentlich muss man sich selbst bloß mit 2 Fragen befassen:

    1. Wie lange existiert die Bundesrepublik schon?
    2. Welche Parteien schafften es binnen dieser Zeit tatsächlich zu „regieren“?

    That’s all…

    lG
    Lutz

  21. Hallo zusammen,

    und…

    was wäre eine Partei ohne den Wähler? Eine Hülle, ein Name, mehr jedoch nicht. So gestaltet sich die politische Szenerie mehr wie die Hüfte eines Slalomfahrers aus der Verfolgerperspektive.

    Rechts, Links und Mitte sind einzuhaltende Disziplinen, die nicht allerorts verstanden und somit nicht aktiv umgesetzt werden. Dann wird zum Riesenslalom gepfiffen und Ultra’s wie auch Extreme sind nun gefordert. Die Autonomen sollen hier nicht erwähnt werden.

    Der Wahlkampf gleicht einem zerebralen Tunnelblick und der Gedanke an einen Kosmopoliten bzw. EU-Orientierten, gerät einmal mehr zur Farce.

    Schwammige Aussagen und schwer nachvollziehbare Handlungen runden das Image dieser Parteien ab und lassen sie unsympathisch dastehen. Schlecht ausgebildete Politiker gesellen sich obendrein dazu und runden das Spektakel bis zur Unglaubwürdigkeit ab.

    lG
    Lutz


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