Laut Technorati werden nur 7,4 Mio. von 133 Mio. gescannter Blogs innerhalb eines Messzeitraumes von 120 Tagen aktualisiert. Die Zahl der Weblogs, die tatsächlich hohen Traffic erzielen, liegt sogar noch weit darunter. „Es sind (weltweit) wahrscheinlich lediglich 50.000 bis 100.000 Blogs, die den Hauptanteil an Page Views generieren“, sagt Technorati-Chef Richard Jalichandra. Im Gegensatz dazu sind von gleicher Person aber auch solche Aussagen im Web zu finden:
http://www.digitalnext.de/zunehmendes-interesse-fuer-blogs/
Ja, was denn nun?
Ich denke, viele Bloganfänger haben schlichtweg völlig falsche Vorstellungen…
Viele anfänglich engagierte, hoch motivierte und von diesem Medium begeisterte User verlieren auch schnell wieder die Lust am Schreiben, haben „keine Zeit“ mehr oder bleiben mit ihren Blogs, auch über einen längeren Zeitraum hinweg, schlichtweg unbeachtet. Ich denke, wer Leser hat und Feedback bekommt, der hatte sicher auch nicht viel mehr Zeit. Tatsächlich dürfte dies eher etwas mit der deutlich gesunkenen Motivation zu tun haben, seine Zeit weiterhin in ein solches Projekt investieren zu wollen, wenn nicht unmittelbar die gewünschte Resonanz entsteht.
Hinzu kommt, dass gerade Blogger die ihre ersten Erfahrungen sammeln, schnell den Mut wieder verlieren, wenn auf ihre (auch mit den entsprechenden Erwartungen erstellten) Posts keine oder kaum Kommentare zu finden sind. Bloganfänger machen oft den Fehler und verbinden wenige Kommentare mit mangelndem Interesse der Leser, dies ist ein fataler, leider viel zu schnell entstehender Trugschluss. Tatsächlich haben sich lediglich die Ansätze der breiten Leserschaft im Netz geändert. In diesen Tagen werden Blogs auch oft als reine Informationsquelle zu einem xbeliebigen Thema betrachtet, und auch genutzt. Somit sind auch Blogs ein fester Bestandteil und Gegenstand des allgemeinen Konsumentenverhaltens in unserer Gesellschaft, wie sollte dies auch anders sein?
Wenn Weblogs nicht deshalb „sterben“, weil das Leserinteresse eher gering ist, dann fallen diese in der Regel dem knappen (Frei)Zeitkontingent ihrer Betreiber zum Opfer.
Private Prioritäten sind die wichtigsten, nur sollte man sich vorher schon über den Aufwand im klaren sein, dessen es nun einmal erfordert einen Blog im Netz tatsächlich auf ein gewisses Nievea zu bringen, dies wird offenbar sehr oft und deutlich unterschätzt. In der Regel ist ein Blog erst nach ca. einem halben Jahr auf tatsächlich nennenswerten Positionen innerhalb diverser Rankings zu finden, wer dies nicht durchhält und täglich daran arbeiten möchte dorthin zu gelangen, gehört wohl über Kurz oder Lang zu den oben genannten 95%.
Immer mehr Blogger geben ihre Seiten auch deshalb auf, weil sie zu aktuelleren Webphänomenen wie Facebook oder Twitter wechseln.
Dies ist einfacher, kaum Aufwand und eben die deutlich schnellere Variante wechselseitige Kommunikation im Netz zu realisieren. Letztlich zeigt dieser Trend lediglich, dass sowohl angehnende Blogger aber auch Leser ihr Konsumentenverhalten offenbar auch selbst hinsichtlich der eigener Netz- Aktivitäten nicht ablegen können.
So wie der allgemeine Leser und Blogbesucher oft nur nimmt und kaum bereit ist zu geben (Feedback) …so verhält sich ein Blogger der frühzeitig aufgibt tatsächlich nicht anders, denn auch er konsumiert dadurch, dass er sich den oben genannten Social Web- Alternativen widmet, ebenfalls lieber, alsdass er sich die Arbeit machen will etwas eigenes anzubieten.
Dabei frage ich mich wie das Web ausserhalb kommerzieller Angebote funktionieren soll, wenn alle nur etwas haben wollen?
Zu Twitter kann man eine Menge, auch durchaus kontroverse Standpunkte einnehmen, aber dies ist heute nicht das Thema.
Fazit:
Wer glaubt „ruckzuck“ etwas im Netz umsetzen zu können und schnell damit die gewünschte Beachtung zu gewinnen, der sollte bitte die oberen Zahlen im Auge behalten. Das es derzeit über 133Millionen Webseiten (allein unter Alexa 24Millionen) im Netz gibt zeigt auch auf, dass diese Zahlen zu möglichen Lesern zu dividieren sind! Dies sollte man beachten wenn man ein neues Blog-Projekt ins Netz stellt.
Beim Bloggen ist es genau so wie im richtigen Leben, es überlebt nur…, nein, dies ist mir dann doch etwas zu platt.
Man könnte aber auch ganz wertfrei sagen, dass nur Blogs auch langfristig Erfolg haben werden, wenn deren Betreiber gern schreiben ohne damit gleich den nächsten „Blumentopf“ gewinnen zu wollen.
So einfach ist das.









Das kann ich so wirklich nur bestätigen. Gedult und Ausdauer sind Grundvorraussetzungen
Von: Tanja am 16. Juni 2009
um 1:51
Wer meint er mach schnell Kohle damit der hat sich getäuscht!
Von: Andy am 16. Juni 2009
um 1:52
Ich finde auch, das viele Ihren Blog nur deswegen mal eben machen um Reich zu werden. Doch ist die Zahl der Commerz Blogs angestiegen. Das Verhältnis zu den statischen Seiten sprich Shops ist auch gestiegen und werden normal statische Seiten auch so oft auf neuen Inhalt geprüft? Mehr und mehr Blogs werden als CMS und Verkaufsschop genutzt, sind diese auch in den Zahlen inbegriffen ? Technorati ist aber auch eine ganze Zeit lang nicht erreichbar gewesen und mit der Berechnung und allem nicht mehr unbedingt Up to Date oder ?
Alles in allem ein breites Thema doch sehr schön zusammen gefasst. Vielen Dank für die Info’s.
Auf gutes und langes Bloggen.
Thomas
Von: Thomas am 17. Juni 2009
um 12:18
Sorry aber ich habe meine Domain nicht sauber eingetragen. Würde mich freuen, wenn du sie änderst. Vielen Dank
thomas von der
http://blogger-world.de
Von: Thomas am 17. Juni 2009
um 12:23
Ich kann Deine Analyse nur bestätigen. Ich blogge jetzt seit September letzten Jahres. Und eigentlich ist das mit dem Feedback recht einfach. man bekommt nur dann welches, wenn man sich tatsächlich auch mit den Inhalten anderer Blogs beschäftigt. Es ist also ein reines Geben und Nehmen. Einfach nur einen Blog vollschreiben und warten, dass was passiert, das ist keine Lösung. Ich habe auch immer wieder gehadert und wollte aufhören, wurde dann wieder verlinkt und hab mich gefreut. Auch eine gewisse Struktur, was man als Leser erwarten darf, ist wichtig. Also ich bin gespannt, was mich noch erwartet.
Von: Thearcadier am 17. Juni 2009
um 12:58
Hallo zusammen,
es ist immer das gleiche. Man nimmt die Dinge nicht ernst und hofft auf ein Wunder. Man liest nicht die wohlwollenden Hinweise auf den funktionierenden Blogs, man ignoriert jede Hilfe. Was dabei raus kommt, war schon im Absterben und Verwaisen der Foren zu betrachten.
Jeder will so ein Teil haben und dann kommt man nicht weiter. Zwei Tage saß ich an der Einrichtung meines neuen Blogs und bin noch nicht zu 100% fertig. Dieses „ruck-zuck“ der Installation, wie es Felix deutlich schreibt, ist ein Teil. Ideen, Inhalt und das „drumherum“ sind der andere Teil.
Heute sind es Blogs, gestern waren es die Foren…. Was wird es morgen sein… man wird darüber erfahren!
lG
Lutz
Von: Lutz Spilker am 17. Juni 2009
um 12:25
[...] http://impuls2008.wordpress.com/2009/06/16/95-aller-blogs-sind-bereits-tot-oder-sterben/ [...]
Von: Im Tierreich sind es die Affen….die gottlob noch nicht Bloggen können! « Do Khyi Blog am 18. Juni 2009
um 10:16
Also ich muss zugeben, dass ich auch nach einem halben Jahr aufgegeben hab. Das lag aber nicht an der Motivation sondern tatsächlich an einem Burnout, da ich mir das Ziel gesetzt hatte, einen Artikel pro Tag zu veröffentlichen. Schließlich wollte ich ja auch gelesen werden;-) Da ich aber 12 Stunden tätglich beruflich unterwegs bin hat es bei mir dann nach 6-7 Monaten „krawums“ gemacht, nachdem ich eigentlich zu nichts anderem mehr kam außer Arbeiten und bloggen.
Selbstüberschätzung, aber keine Demotivation.
Gruß Mica
Von: Mica am 18. Juni 2009
um 11:58
Hallo Ihr,
auch die bisherige Kommentarreihe bestätigt den Artikel inhaltlich. Besonders mutig finde ich Mica, er steht wenigstens ehrlich dazu den Aufwand des Bloggens völlig unterschätzt zu haben.
Jeden Tag einen Artikel würde ich auch nicht schaffen, manchmal schreibe ich nur einmal die Woche oder noch seltener, kenne aber gottlob eine Reihe von „Knöpfen“ im Netz trotzdem nicht unbedingt vergessen zu werden. Ich brauche auch nicht unbedingt Massen auf dem Blog, mir geht es lediglich darum meine Haltung zu bestimmten Dingen etwas breiter anzusprechen. Wenn diese Standpunkte auch andere teilen oder gar relevante Ergänzungen zu möglichen Hintergründen benennen können wie Thomas, Lutz usw. umso besser.
Auch sollte man sich immer wieder die wichtige Frage stellen für wen man primär bloggt, für sich oder andere?
Auch beim Bloggen gilt daher ganz allgemein:
Mit Speck fängt man Mäuse, es bedarf dazu keines ganzen Kornfeldes!
Von: impuls2008 am 18. Juni 2009
um 12:28
Hallo zusammen,
bei all der Bloggerei und der damit verbundenen Plackerei ist manchem das Bloggen durch Abmahnung(en) versalzen worden. Einerseits wollte man (evtl.) Geld verdienen, andererseits wird man zur Kasse gebeten.
Nicht nur der Spaß ist hier vertrieben worden, sondern auch die Pflicht ins Gedächtnis, sich an bestehende Regeln zu halten, was einigen Zeitgenossen sichtbar schwer fällt, betrachtet man div. Postings in div. Blogs.
Auf diesen Webseiten ist der Besuch des Leichenwagens vorprogrammiert. Seltsamerweise melden sich gerade jene nicht zu Wort, die das Schiff gegen eine Klippe lenkten. Die Motivation eine (private) Webseite oder ein Blog zu inszenieren sind völlig unterschiedlich gelagert. Wer sich mit 20 Klicks/Tag zufrieden gibt und keinerlei Ambitionen besitzt „Hitparaden“ zu stürmen, hat es nun mal etwas schwerer gelesen zu werden, dennoch oftmals die Themen und Inhalte solch „unbekannter“ Blogs sehr lesenswert sind.
lG
Lutz
Von: Lutz Spilker am 18. Juni 2009
um 12:50
Hallo,
prinzipiell finde ich es gut, wenn jemand einen Blog anfängt zu schreiben – auch wenn der Blog kurze Zeit später „stirbt“.
Das ist dann halt eine Lektion – es gehört sich was dazu, etwas aufzubauen. Wird immer Menschen geben, die von Gelegenheit zu Gelegenheit hüpfen, und nie lange genug bei der Stange bleiben um die Früchte ihrer Arbeit zu ernten. Das ist ja nicht nur beim Bloggen so
Nur die Harten kommen in den Garten… oder so. – Auch wenn Dir derlei zu platt war
Gruß,
Ramin
Von: raminassemi am 20. Juni 2009
um 4:35
Das Problem ist, dass ne zeitlang jeder hansel nen blog ins netz gestellt hat und damit nun überhaupt nichts mehr macht
Von: frank am 21. Juni 2009
um 10:36
Man darf sich einfach nicht zuviel mit seinem Blog vornehmen!
Von: nigecus am 26. Juni 2009
um 12:18