Verfasst von: impuls2008 | 13. Mai 2009

Courtney Schulhoff: Wenn Kinderseelen unbeachtet und vergessen im Gefängnis langsam sterben…

Kinder lebenslang hinter Gittern. Eine Petition an die Blogszene:

kinderim gefaengnis2Vor wenigen Tagen sah ich einen Bericht in den RTL- News, der mich seither auch emotional nicht mehr losgelassen hat. Dort ging es an diesem Abend einmal nicht um die Wirtschaftskriese,  die Abwrackprämie, DSDS oder um sonstige Befindlichkeiten irgendwelcher Stars & Sternchen, sondern um eine grössere Gruppe von jungen Menschen die im Land der “unbegrenzten Möglichkeiten” Opfer der dort teilweise drakonischen Gesetzgebung wurden, dies zu einem Zeitpunkt,  als sie eigentlich noch Kinder waren. 

Ich sage in diesem Zusammenhang ganz bewusst Opfer, auch wenn die Betroffenen vor dem dort geltenden Gesetzt zunächst einmal lediglich Täter in der Detailbetrachtung sein mögen. Die offizielle Zahl dazu liegt bei unfassbaren 10.000 davon betroffenen Jugendlichen und jungen Erwachsenen. Viele von ihnen werden von der Gesellschaft längst vergessen im Gefängnis sterben – denn das Urteil «Life without Parole» verwehrt ihnen jede Möglichkeit auf eine spätere Entlassung durch eine dazu geeignete Resozialisierung.

“Life without Parole”

Unser Strafrecht und auch die dazu begleitenden Rechtssysteme und Rechtsgrundlagen gründen auf dem folgenden Prinzip:

Zunächst soll die Schuld des Täters durch die Strafe gesühnt werden (Schuldprinzip). Darüber hinaus soll der Täter aber auch resozialisiert (positive Spezialprävention) und von der Begehung weiterer Straftaten abgeschreckt (negative Spezialprävention) werden. Weiter sollen die Bürger von der Begehung von Straftaten abgeschreckt und generell das Vertrauen der Gesellschaft in die Beständigkeit und Durchsetzungskraft des Rechtssystems gestärkt werden (positive Generalprävention).  

Wie soll jedoch in den USA ein mit 13 oder 14 Jahren zu lebenslanger Haftstrafe verurteiltes Kind jemals wirklich Sühne empfinden, zeigen und erkennbar vermittet werden können, wenn ihm  gleichzeitig  jegliche Möglichkeit in der Unterstützungt oder durch Fachleute begleitende Aufarbeitungen, zur anschließenden Resozialisierung versagt bleiben? Dadurch also nach unseren Maßstäben dem Kind ebenfalls, unmittelbar nach der Tat, eben auch von staatlicher Seite  Unrecht zugefügt wird?

Gilt nicht innerhalb unserer gesamten westlichen Welt der schon seit langer Zeit überall als richtig und wichtig erkannte Grundsatz, dass man Unrecht nicht durch eine anderes Unrecht wiedergutmachen  kann?

Auge um Auge, Zahn um Zahn?…als grundsätzlicher Maßstab im Umgang mit Kindern?

In unserem Lande hat der Gesetzgeber diese Problematik  sehr genau erkannt und für solche Fälle das Jugendstrafrecht installiert. Das Jugendstrafrecht ist Sonderstrafrecht und Sonderstrafprozessrecht für junge Täter, die sich zur Zeit ihrer Tat in dem Übergangsstadium zwischen Kindheit und Erwachsenenalter befinden. Hier ein kurzer Abris zum geschichtlichen Hintergrund:

Entwicklungspsychologisch sind Kinder erst ab einem gewissen Alter fähig, das Unrecht einer Tat einzusehen und dieser Einsicht gemäß zu handeln. Diese Erkenntnis war bereits bei der Schaffung eines ersten öffentlichen Strafrechts vorhanden.

Das römische Recht legte die Strafmündigkeit von Kindern bei 7 Jahren fest, sofern diese einsichtsfähig waren. Die Rechtssammlungen des Mittelalters (z. B. der Sachsenspiegel o. ä.) sahen keine einheitlichen Vorschriften vor. Grundsätzlich setzte die Strafmündigkeit im Alter zwischen 7 und 14 Jahren ein…

So muss ich an dieser Stelle mit Nachdruck feststellen, dass selbst die Römer vor mehr als 2000 Jahren bereits fortschrittlicher in Bezug zu den Erkenntnissen einer kindlichen Psyche waren, als dies in den USA in unserem Jahrhundert ganz offensichtlich noch immer nicht der Fall ist. Zumindest wurden zu dieser Zeit im alten Rom bereits einige relevante Gedanken dazu angestellt.

Was noch sehr viel wichtiger ist:

Haben Kinder nicht auch ein fürsorgliches Recht darauf zu begangenen Fehlern eine entsprechend zielgerichtete Hilfe als Grundlage für die weitere soziale Entwicklung zu einem gesetzestreuen Bürger, auch unter Berücksichtigung der dazu geltenden Maßstäbe in der dortigen Gesellschaft zu erhalten? 

Life without Parole bedeutet hingegen, dass der Täter zu lebenslanger Haft (bis zum tatsächlichen Tode) ohne die Möglichkeit einer späteren Entlassung verurteilt wird. Eigentlich sollte solch ein Urteil daher besser mit:

Bis zum Eintritt des TODES im Gefängnis!

übersetzt werden.

Ein solcher Umgang mit Kindern und Jugendlichen ist also nach unseren heutigen Maßstäben mittelalterlich, um es einmal sehr gelinde zu umschreiben. Ich sage, es ist nach heutigen, wissenschaftlichen Erkenntnissen geradezu unverantwortlich inhuman bis barbarisch.

Unser Rechtssystem, und noch viel weniger unsere darin enthaltenen, humanitären Grundlagen, sind in den USA jedoch nicht der Maßstab, schon gar nicht in Bezug zum Strafrecht. 

Wegsperren auf  Lebenszeit, Versagung aller Bürgerrechte, ja in Bezug selbst zu Kindern sogar das dauerhafteVorenthalten grundlegendster Menschenrechte, scheint dort tatsächlich die gängige Praxis, auch nach Verständnis und Billigung der allgemeinen Öffentlichkeit offiziell im Rechtssystem, fest verankert zu sein?

Ich konnte dies in Bezug zu Kindern zunächst kaum glauben und habe daher den von RTL vorgestellten Fall der Courtney Schulhoff, einem mit 16 Jahren zu lebenslanger Haft verurteilten, von ihrem eigenen Vater vorher mehrfach vergewaltigten und zu sonstwas noch mißbrauchten Mädchen (im RTL- Bericht war auch von Misshandlungen die Rede), intensiv recherchiert, soweit mir dies im Internet möglich war. Heute ist Courtney knpp 21 Jahre alt und wird, sofern die in den USA geltenden Gesetze nicht zwischenzeitlich geändert werden sollten, auch dort im Gefängnis sterben müssen.

In einem Satz: Ein vom eigenen Vater sexuell mißbrauchtes Kind wandert anschließend ohne Umweg für das ganze nachfolgende Leben in den Knast.

Ein wirkliches “Leben”, ja nicht einmal eine als übliche  ”Kindheit” zu bezeichnende Phase, aus dem sich ein halbwegs intaktes Sozialgefüge hätte ableiten lassen,  findet und fand dazwischen oder auch davor nicht statt.

Ich sehe auch genau dies in den Augen des Kindes.

Ich sehe dort Angst, Betroffenheit, Scham, innere Leere, Furcht und Peinigung. Ist dies wirklich lediglich “Einbildung” aufgrund meiner (auch) emotional geprägten, aber eher gesellschaftspolitisch orientierten Grundeinstellung zum Thema?

Ich sehe dort jedenfalls keinen Vorsatz, Berechnung, Hass oder andere, niedere Beweggründe. Was mag darin der zuständige Richter “gelesen” haben, wenn er denn überhaupt nur einen einzigen Blick dorthin geworfen hat? Oder handelte es sich dabei gar um eines der berühmten Urteile die überwiegend nach Aktenlage gefällt wurden?

courtney2

Hintergrund und Umstände der Tat

Der Hintegrund der Tat soll sich nach den derzeit bekannten Fakten und den nachfolgend näher beschriebenen Umständen bei Prozessbeginn, wie folgt dargestellt haben:

Courtneys Eltern sind Mormonen, die seltsame Regeln hochhalten – kein Kaffee, kein Alkohol, kein Sex ohne Trauschein – aber gegen alle Regeln verstoßen sie selbst. Courtney, der Teenager, reagiert mit Depressionen und Auflehnung, sie raucht, trinkt, zieht sich schwarz an, erzählt vom Sex mit ihrem Freund. „Meine Mutter steckte mich in eine Benimmschule. Sie wollte nicht, dass ich mit einem Null-Bock-Gesicht in die Kirche gehe.“ Ihr tiefgläubiger Stiefbruder bricht mir ihr, weil sie ihre Jungfräulichkeit vor der Ehe verschenkt habe.

Dann die Affäre der Mutter und ihr Abgang zu einem anderen Mann. Courtney leidet mit ihrem Vater, er ist jetzt ihr letzter Verbündeter in der Familie, aber nach dem ersten Trennungsschmerz macht er plötzlich:

 „Dinge, die ein Vater bei seiner Tochter normalerweise nicht macht.“

Zweimal: „Ich ekelte mich so.

Wenn er nach Hause kam, ging ich. Ich konnte seine Gegenwart nicht mehr ertragen.“ Er trinkt, bringt eine Frau nach Hause, die Courtney nicht mag, es gibt nur noch Streit, sie klaut ihm Schecks, um Kleider zu kaufen, er zeigt sie an, ein paar Tage sitzt sie dafür im Gefängnis, einmal brennt das Pärchen mit Vaters Auto durch. Irgendwann glauben sie, es sei besser, er wäre tot.

Dies ist ein Auszug aus einem Interview, in dem Courtney selbst die Vorgeschichte der Tat beschreibt. 

In der Folge beratschlagen Courtney und ihr damals 21jähriger Freund,
Michael Morin, wie sie einen Ausweg aus dieser Situation finden sollen?  Wie gesagt, Courtney war damals 16 Jahre alt.

Fest steht lediglich soviel:

Wer auch immer den Gedanken zur späteren Tat hatte, ob es nun tatsächlich eine Anstiftung war, die Courtneys Freund Michael später dazu veranlasst hat, ist bis heute nicht geklärt.

Michael Morin erschlug Courtneys Vater mit einem Baseballschläger, währen Courtney draussen vor dem Elternhaus wartete…

Courtney war also erwiesenermaßen nicht einmal selbst die Täterin, sitzt jetzt jedoch als angebliche Anstifterin zum Mord lebenslang im Gefängnis.

Am Rande angemerkt:

Eine Person mit der ich bei der Recherche zum Fall Courtney Schulhoff in Kontakt gekommen bin schrieb mir folgendes:

“2008, also vier Jahre nach dem Mord, schickte Ms. Elaine Bouck, damalige Freundin von Courtneys Vater, die aufregende Geschichte über den Mord an ein britisches Klatschmagazin. Sie ist die im Artikel von Stefan Scheytt erwähnte “Frau, die Courtney nicht mochte”. Diese Aussage ist grammatisch zweideutig und es dürfte von vorne nach hinten ebenso zutreffen wie umgekehrt. Angesichts der Tatsache, dass Ms. Bouck sich noch während des Prozesses in 2006, zweieinhalb Jahre nach dem Mord, vor Gericht ganz aufgelöst präsentierte, stimmt mich diese Einsendung nachdenklich. “For more amazing murder stories…!” (unter dem Artikel). Dass es ein britisches Magazin ist (das übrigens bis zu 500 Pfund bezahlt für veröffentlichte Einsendungen), kann ich mir nur so erklären, dass sie mit ihrem Machwerk zuvor etliche Male an anderer Stelle scheiterte. Der Text enthält inhaltliche Fehler (falsche Jahresangaben). Wie mir bekannt ist, betrachtet sie Courtneys Strafe bis heute als “unverdiente Gnade” und hätte lieber ganz andere Saiten aufgezogen – was zum Glück für Minderjährige in Florida nicht möglich ist.”

und weiter…

“2006 (wohl kurz nach dem Prozess) wurde ein gewisser Professor Horak (Uni Brno/Tschechei) auf Courtneys Fall aufmerksam – rein zufällig bei einem USA-Aufhalt. Er beschloss, sich dieser Sache anzunehmen, zumal er feststellte, dass an Courtneys weiterem Schicksal sonst wohl niemand mehr Interesse hatte.

In den folgenden Monaten sammelte er fallbezogenes Material aus dem Internet, befasste sich mit US-Strafrecht und arbeitete eine ausführliche Darstellung des Falls aus. Schließlich schrieb er an http://justice4kids.org/ diese nunmehr öffentlich einsehbare E-Mail http://justice4kids.org/kids%20as%20adults/courtney_schulhoff.htm plus angehängtem Report http://justice4kids.org/kids%20as%20adults/Courtney%20Schulhoff%20case.pdf (33 Seiten!) – mit der Bitte, sich Courtneys Fall anzunehmen.

Später legte er noch eine Neufassung nach. Auf sein Engagement aus Mitteleuropa geht es zurück, dass Courtney 2008 einen neuen Rechtsbeistand erhielt!

Ende Januar erschien der zwischenzeitlich mehrfach veröffentlichte Zeitungsartikel erstmalig in der Badischen Zeitung Freiburg. Diese Umstände stimmten mich sehr betroffen, und meine Aufmerksamkeit blieb besonders an Courtneys Fall hängen, vielleicht weil sie noch am jüngsten von allen dargestellten Personen ist. Rational begründen kann ich ausdrücklich nicht, warum nun von 1000 medialen Elendigkeiten pro Tag gerade Courtneys Angelegenheit meine besondere Anteilnahme und Betriebsamkeit geweckt hat, aber ist der Mensch vordergründig rational?

Bei Internetrecherche lieferte mir jedenfalls Google unter anderem obiges Ergebnis. Da ich offenkundig einen Experten des Falls gefunden hatte, schrieb ich ihn an mit Bitte um weitere Auskünfte. Kurz darauf verfasste ich meinen ersten Brief an Courtney. Seitdem habe ich mich gemäß meiner hiesigen Möglichkeiten ihrer Sache verschrieben.

Während Anfang 2009 Courtney noch kaum Kontakt zum “Rest der Welt” hatte, abgesehen von Prof. Horak und ihrem Rechtsbeistand, hat sich in den vergangenen Monaten einiges getan, vor allem kamen in den USA zwei Personen, wieder zufällig, mit Courtneys Fall in Berührung und beschlossen, hier einzugreifen. Und ihre Aktivitäten sind beachtlich. Die Einrichtung des Profils für Courtney auf Facebook z.B. erfolgte durch einen der beiden. Von daher sehe ich durchaus Hoffnung…”

und weiter:

Direkt nach dem Urteil behauptete sie damals, sie habe in Wirklichkeit alles höchstpersönlich selbst erledigt. Es war ein gut gemeinter Versuch, ihren Freund (Prozess 2007) zu retten, den auch die Todesstrafe hätte treffen können. Und es gab wohl ganz komische Absprachen zwischen ihren unfähigen Verteidigern und den Verteidigern von Mr. Morin, jedenfalls war ihre Falschaussage erkennbar schon im Voraus mit ihren Verteidigern abgesprochen. Ihr Freund (ehemaliger, wohlgemerkt) erhielt schließlich ebenfalls “life without parole”. Courtney hat selbstverständlich inzwischen diese Falschaussagen widerrufen, ernsthaft geglaubt hatte es ohnehin niemand.

Hier der Link zu Courtney Facebook- Profil, dass von einem Freund verwaltet wird der Courtney regelmässig Abschriften der dortigen Inhalte zukommen lässt:

http://www.facebook.com/people/Courtney-Schulhoff/1227680671Fazit:

Courtney freut sich über jede Zeile.

Eigentlich kann man nur wütend werden über eine Gesellschaft, die diesem und vielen anderen Kindern jede Möglichkeit einer Umkehr, eines Neubeginns lebenslang verweigert. Und ebenso anderen Strafgefangenen. In Europa hat glücklicherweise die Aufklärung dazu beigetragen, dass nicht Rache und Vergeltung, sonder Sühne und Resozialisierung den Umgang mit Straftätern bestimmen.

Die obere, sehr treffliche Aussge ist ein Zitat aus einem Leserbrief unter:

http://www.frsw.de/justiz1.htm

 

Bisherige Pressereaktionen in D:

courtney33

courtney66

courtney77

Weitere Presse- Reaktionen finden sich unten im Quellverweis.

Eine Petition an die Blogszene:

Ich bin weder Jurist noch Journalist und schon gar kein Richter, aber Vater und war selbst auch einmal Kind. Für mich ist dies Grund genug mich intensiv mit diesem Thema zu beschäfftigen.

Gleich unter welcher Betrachtung empfinde ich den Fall Courtney Schulhoff als großes Unrecht gegenüber einem derart jungen Menschen, der zum Zeitpunkt der Tat wohl kaum das Unrechtbewusstsein eines Erwachsenen entwickelt haben konnte, ob der Vorgänge im eigenen Elternhaus schon gar nicht. Im Umkehrschluss kann insofern auch kein vernünftig denkender Mensch von einem Teenager erwarten wollen, dass dieser in einer Phase solch einer eklatant – emotional bedingten, inneren Anspannung, SCHULDFÄHIG gehandelt hätte/oder ist.

Als Teenager zwischen 12- 16 beginnt ein Mensch gerade erst die Welt die ihn täglich umgiebt nach beständigen Werten einzuordnen. Werden in einem sozial völlig zerrütteten Umfeld keine allgemein gültigen Werte geprägt oder vermittelt, ist ein solch junger Mensch letztlich lediglich ein Opfer seines bisherigen, sozialen Umfeldes, er ist haltlos.

Welche Bezugspersonen hatte Courtney, die ihr ein anderes Weltbild und eine entsprechend sozial geprägte Orientierung hätte vermitteln können?

Sollte sie sich ihrem Vergewaltiger anvertrauen, der Mutter die nicht mehr dort war, dem Bruder der ebenfalls nicht mehr im Hause lebte, oder sich einfach ihrem weiteren Schicksal hingeben? Da war sicher aus ihrer damaligen Sicht ein um einige Jahre älterer Autodieb noch die bessere Wahl.

Was mich am Rande bewegt ist auch, dass der Fall Schulhoff und tausender ähnlich jugendlicher Mithäftlinge in den US- Gefängnissen kaum jemand wirklich zu interessieren scheint?

Die ganze Welt jubelte vor gar nicht allzu langer Zeit über die positive politische Entwicklung zu dem Leitsatz: Yes, we can! in genau diesem Lande.

Ich bin schon jetzt einmal sehr gespannt ob solche Themen wie dieses hier auch nach diesem Grundsatz aufgegriffen und endlich bewältigt werden?

Kann es wirklich sein,  dass in einer der wirtschaftlich, politisch und  kulturell wichtigsten Nationen unseres Globus (mit demokratischer Grundordnung) tatsächlich noch Kinder auf  Lebenszeit im Gefängnis landen?

Wer sich bis hier her vom allabendlichen Twittern und Bloggen losreissen konnte, mag bitte einmal darüber nachdenken, was er selbst für Courtney und ihre Mithäftlinge tun kann. Ich würde mich um des Schicksals der nunmehr jungen Frau willen sehr darüber freuen wenn mein Artikel in der Blogszene eine entsprechende Reaktionen bewerkstelligen könnte. Schaut bitte einmal selbst tief  in euch hinein und fragt euch:

Was hätte ich an Courtneys Stelle in diesem Alter getan?

Was kann ich heute dafür tun um solch ein Unrecht nicht bleibend akzeptieren zu müssen?

Wir Blogger sollten der uns umgebenden Medienlandschaft zeigen, das Information und Aufmerksamkeit durchaus auch einml umgekehrt installiert werden kann!

5000 Blogs für Courtney:

Allein in Deutschland gibt es weit über 5000 Blogs. Schreibt Anschlussartikel, Twittert es weiter,  jagt die Story rund durch jedes nur erdenkliche Social Network oder Forum das ihr kennt, besprecht das Thema an eurem Arbeitsplatz, tragt es in den Schulunterricht, schickt den Link an eure Kommunalpolitiker etc. schreibt die Sozialausschüsse der Bundestagsfraktionen, Zeitungsredaktionen und Online- Medien an!

Bildet Meinung!

Verschafft Courtney und ihren Mithäftlingen endlich die Aufmerksamkeit, die diese von der Gesellschaft vergessenen Kinder und Jugendlichen schon längst verdient hätten!

Es wäre nicht das erste Mal, dass die etablierten Medien dann nachziehen, wenn die entsprechende Aufmerksamkeit und eine vorhandene Lobby dazu in Sichtweite ist.

Hier bei uns in Deutschland muss diese Aufmerksamkeit und Sensibilität dazu jedoch erst einmal hergestellt werden. Ich schäme mich fast für die deutschen SERPs zum Thema:  

http://www.google.de/search?hl=de&rlz=1W1GGLL_de&q=courtney+schulhoff&btnG=Suche&meta=lr%3Dlang_de

Nicht einmal 300 Einträge bedeutet im Grunde, dass dieses Thema in Deutschland bisher nicht wirklich existiert. Zu diesem Hintergrund könnt ihr euren PageRank, eure SEO- Fähigkeiten und eure Blogreichweiten wirklich sinnvoll nutzen.

Hier geht es um das Leben von Menschen, denen die Kinderseelen bereits geraubt wurden.

Macht mit!  Helft diesen Kindern und Jugendlichen!

“Life without Parol” darf einfach nicht länger für Kinder gelten!

Hier Courtneys derzeitige Adresse, falls ihr jemand schreiben möchte, Briefe darf sie empfangen:

Schulhoff, Courtney DC# 154495
Lowell Correctional Institution
& Annex (Female, Youth)
 
11120 NW Gainesville Rd
Ocala, Florida 34482-1479
USA

Wer interesse daran hat, kann bei mir eine Fülle von PDF anfordern, zum Teil ist die original US- Berichterstattung zum Fall Schulhoff dabei.

Vielen Dank für eure Aufmerksamkeit.

————————————————————–

Quellen:

http://www.law.fsu.edu/academic_programs/jd_program/cac/images/usa2.pdfhttp://www.annabelle.ch/gesellschaft-people/reportagen/?type=2&newsid=5292

http://www.niemiecki.ang.pl/Prosba_o_sprawdzenie_bledow_33249.html

http://www.annabelle.ch/gesellschaft-people/reportagen/?newsid=5292

http://www.focus.de/panorama/reportage/tid-13203/focus-reportage-teil-3-amerika-gnadenlos_aid_365178.html

http://www.tagesspiegel.de/zeitung/Sonntag-Sonntag-Gefaengnis-Jugendliche-USA;art2566,2781669

http://www.badische-zeitung.de/meinung/leserbriefe/christlich-und-doch-gnadenlos–10679640.html

http://www.sarajevo-x.com/forum/viewtopic.php?f=1&t=62879http://www.sarajevo-x.com/forum/viewtopic.php?f=1&t=62879

http://www.ksta.de/html/artikel/1235929863102.shtmlhttp://www.ksta.de/html/artikel/1235929863108.shtml

http://www.frsw.de/justiz1.htm

http://www.frauenzimmer.de/forum/index/beitrag/id/11189

http://www.hrw.org/de/news/2005/10/11/usa-tausende-jugendliche-lebensl-nglich-haft


Antworten

  1. Hi Felix,

    natürlich könnte ich als Kommentar 2 bis 3 Bücher liefern. Ich beschränke mich jedoch auf eine völlig andere Feststellung und die, gerade die, sollte diese Thematik deutlich machen…

    … denn dein Artikel über den „größten Hund der Welt“ (Fotomontage hin oder her…) wird durch diesen Bericht hier nicht getoppt. Eigentlich sollten auf diesen Beitrag 200.000 Klicks erfolgen. Täglich…

    lG
    Lutz

  2. Hallo,

    ich als der Verfasser des im Artikel enthaltenen Briefes an Hr. Arnst habe soeben beschlossen, es sei an der Zeit, die Resonanz auf seinen Beitrag zu verdoppeln, indem auch ich hiermit einen Kommentar abgebe. Leider hat sich bislang hier nicht viel getan.

    Man sollte noch folgendes ergänzen: Natürlich sind es bei weitem nicht sämtliche Amerikaner, die solche Amok-Justiz gutheißen. Wie auch bei anderweitigen brisanten Themen, siehe Waffenrecht, sind alle Positionen vertreten.

    Spätestens, wenn das eigene Kind vergewaltigt wird und am nächsten Tag diesen ****** ersticht, erschießt oder erschlägt, würde endgültig jeder sich als Vater/Mutter gründlich fragen: Sind dafür 60 bis 70 Jahre Haft, also eben bis zum Dahinsterben, adäquat? Würde irgendeiner dieser wildgewordenen Keulen- und Colt-schwingenden Hardliner seinem Kind auch nur einen Tag Hausarrest erteilen?

    Sicherlich aber erfolgt zumindest eine angemessene geistliche Betreuung beim Ableben nach einem guten halben Jahrhundert. Das verlangt die zutiefst christliche Prägung dieser Nation.

  3. Ich denke du hast hie ein sehr heickles Thema angesprochen, wo sehr viele ins Grübeln kommen. Das Amerikanische Rechtssystem ist in vielen Punkten umstritten, aber in gewisser Weise auch besser wie unseres. Soll aber nicht heißen in diesem Fall!
    Für mich stellt sich die Frage, ob ich als unbeteiligter den genauen Sachverhalt überhaupt bewerten und wenn ja richtig bewerten kann.

  4. Hallo Andy,

    was gibt es “richtig oder falsch” daran zu bewerten, wenn Jugendliche, also fast noch Kinder, LEBENSLANG, ohne Möglichkeit einer späteren Entlassung im Gefängnis sitzen, wozu sie nach unserem Rechtssystem (und dem vieler anderer Länder) in diesem Alter erst gar nicht hätten verurteilt werden dürfen?

    Der Umstand als solcher ist mir dabei schon inhuman genug!

  5. Können wir das wirklich bewerten? Werden Sie wirklich nicht freigelassen? Wissen wir das?
    Die Frage nach dem richtigen oder nicht richtigem Rechtssystem ist enorm schwer. Warum bekommt bei uns ein Kinderschänder nur Lebenslänglich, was ja gerade mal 15 Jahre bedeutet?

    Versteh mich Bitte nicht falsch, ich möchte hier sicherlich nichts beschönigen oder rechtfertigen, aber mir fehlt hier einfach der Background zum hier wirklich objektiv vorzugehen.

    • Naja, ob sie nicht doch freigelassen lassen, hängt natürlich a) von Lust und Laune der Gouverneure ab, die JEDERZEIT (dieses, soweit mir bekannt) JEDEN begnadigen können (was selten ist) und b) von eventuellen Änderungen der Rechtslage in der Zukunft.

      Aber wenn es nach dem WILLEN der derzeitigen Staatsanwälte & Jurys & Richter geht, die solche perversen Strafen fordern bzw. mit unerträglichen Schuldsprüchen ermöglichen/erzwingen* bzw. verhängen, WERDEN bzw. WÜRDEN diese Minderjährigen bis herab zu 13 Jahren zum Tatzeitpunkt im Gefängnis verrotten. Und das IST Fakt. Diese Rechtslage ist kein Gerücht. Das erinnert mich an DDR-Zustände. Danach will’s nämlich sicher keiner gewesen sein mit der Verantwortung, wenn eines Tages die Barbarei dieses Jugenstrafrechts mehrheitlich anerkannt wird.

      *Auf sog. 1st Degree Murder, die schwerste von vier Stufen des Mordes nach Florida-Strafrecht, steht ZWINGEND (“mandatorisch”) “life without parole”. Nach der dementsprechenden Entscheidung der Jury konnte der Richter Courtney nur noch ihr Schicksal verkünden. Sonst nichts.

    • Mir ist gerade noch was eingefallen: Zwei Links.

      1) Sara Kruzan. Tötete mit 16 den etwa 40jährigen Dreckskerl, der sie drei Jahre zuvor in die Prostitution trieb und sich auch nach Lust und Laune selbst an ihr verging. Life without parole (siehe auch Hautfarbe). Wer die sechs Minuten anschaut, ohne einen kleinen Stimmungseinbruch zu erleiden, ist meines Erachtens ziemlich abgebrüht.

      http://compassioninjuvenilesentencing.wordpress.com/2008/02/10/sara/

      2) Courtney Schulhoff auf RTL. Nach deutschem Strafrecht wäre sie mit Sicherheit inzwischen wieder eine freie Person. Macht sie den Eindruck eines Monsters? Potentielle Schulanzünderin oder dergleichen?

      http://rtl-now.rtl.de/aktuell.php?film_id=12267&player=1&na=1 ab 5:25

  6. Hallo Andy,

    in oberem Artikel geht es nicht um die Schuldfrage, die kann extern natürlich nicht geklärt werden.

    Es geht um den Grundsatz der Straffähigkeit, Schuldfähigkeit oder Strafmündigkeit.

    Wie auch immer man darüber denkt, ist doch ein Mensch nur dann wirklich schuld- straffähig, wenn er die Schuld auch in entsprechendem Ausmaß begreifen kann, der er sich schuldig gemacht haben soll.

    Wie will man dies aber von einem kindlichen Gemüt erwarten können, wenn dieses vorher noch vom eigenen Vater mißbraucht wurde?

    Fakt ist:

    In Deutschland würde das Jugendstrafrecht auf Basis von begleitenden Resozialisierungsbemühungen greifen. Courtney wäre vielleicht zu einer Freiheitsstrafe von ein paar Jahren, bei entsprechender psychologischer Begleitung, der Weg in ein normles Leben danach ermöglicht worden.

    Courtney wäre heute nach/bei Erfüllung entsprechender Auflagen ein freier Mensch und könnte diesen Alptraum endlich hinter sich lassen.

    “Life without Parol” ist kein Gruselmärchen, es ist Realität für tausende jugendlicher Strafgefangener in US- Gefängnissen.

    Dies ist weltweit bekannt und steht längst nicht mehr in Frage.

  7. Vielen Dank für den Bericht. Ich habe bisher noch nichts über “life without parole” gewusst und bin erst einmal etwas ratlos. Das Video über Sara Kruzan habe ich mir eben auch angesehen und bin berührt. Es bleibt nur zu hoffen, dass sich die Gesetzeslage noch ändern wird, und die Inhaftierten nicht bis ans Lebensende im Knast bleiben werden. Werden den Bericht hier auf jeden Fall noch einmal aufgreifen und verlinken!

  8. Hier liefere ich noch kurz das Video von Sara nach:

  9. [...]Für ein vermeintlich fortschrittliches Land wie die USA ist es nicht mehr zeitgemäß, dass ein derartig undifferenziertes Strafrecht auch dafür sorgt, dass Jugendliche bis zu ihrem Tode im Gefängnis weggesperrt werden. An der Lage wird sich nur etwas ändern, wenn für mehr Öffentlichkeit zu dem Thema gesorgt wird.[...]

  10. Nachtrag: Ein bericht auf NTV:

    http://www.n-tv.de/1154823.html

    So langsam scheint sich doch etwas mehr Aufmerksamkeit dem Thema gegenüber zu bilden.

  11. [...] Blog: HIER Kölner Stadtanzeigen: HIER Focus: [...]

  12. Seit 2010 gibt es in den USA “juvenile life without parole” nur noch für Tötungsdelikte. Gemäss der Entscheidung “Graham vs. Florida” des Obersten Gerichtshofes verletzt eine solche Bestrafung, wenn das Opfer nicht getötet wurde, das verfassungsmässige Verbot der grausamen und ungewöhnlichen Bestrafung. Interessanterweise stützte sich das Gericht auch auf internationale Meinungsäusserungen darüber, was grausam und ungewöhnlich ist.

    Courtney sollte begnadigt werden. Totgeschlagen wurde ihr Vater nicht von ihr, sondern von ihrem Freund.

  13. Ich habe mich intensív mit dem Fall beschäftigt, Courtney ist geradezu eine Mustersoziopathin/Psychopathin. Natürlich ist Lw/oP unmenschlich, diese jedoch wahrscheinlich brandgefährlich, vor allem da Soziopathie unheilbar ist!

  14. Hallo Philipp,

    Vielen Dank für deinen Kommentar. Mit der Psychologie der Menschen ist es so eine Sache, selbst mancher Psychologe gilt unter seinen Mitmenschen durchaus als etwas “merkwürdig”, insofern sollte man mit Ferndiagnosen (noch dazu zu Personen deren tatsächliche Beweggründe und angebliche Taten und Verfehlungen man nur über Dritte zu kennen glaubt) – umso vorsichtiger umgehen.
    Aber selbst wenn der Fall Courtney tatsächlich so gelagert sein könnte wie du es vermutest, denke ich, dass ein Gefängnis kaum der richtige Ort sein kann einen heranwachsenden Menschen mit einer psychischen Störung zu beherbergen – dabei ist es völlig egal egal was diesem vorgeworfen wird. Selbst ein Tier wird medizinisch behandelt wenn es krank ist, alles andere ist schlichtweg inhuman.

    Schau dazu auch mal hier: http://www.faz.net/aktuell/wissen/mensch-gene/kinder-und-jugendpsychiatrie-das-verletzliche-gehirn-der-heranwachsenden-11372722.html


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