Seit über 12 Jahren befasse ich mich nun als engagierter Halter mit der immer noch recht seltenen Hunderasse Do Khyi, dem grossen tibetischen Berghund aus dem Hochlagen des Himalaya. Diese Hunde zeichnen sich besonders durch ihr von in Europa bekannten Rassen, beinahe vollumfänglich abweichendes Wesen aus. So sind die meissten Gebrauchs- (GH) , Schutz- (SH) und andere Herdenschutzhunderassen (HSH) eher lernwillige und relativ leicht prägbare Begleiter, ein Do Khyi jedoch lässt sich nur bedingt von seinen eigenen Eindrücken und den daraus abgeleiteten (für ihn völlig primär geltenden) Notwendigkeiten abbringen. Wenn er folgt, dann aus eigener Überzeugung und eigenem Willen, eine Nachhaltigkeit ist aber eher ungewiss, anders funktioniert dies schlichtweg überhaupt nicht. So entsprechen Do Khyi vom Wesen her eher einer Katze denn einem Hund.
Sie machen stets dass, was ihnen Spaß macht oder ihnen selbst notwendig erscheint und lassen sich nur äusserst unwillig davon abbringen!
Das Verhältnis Hund- Mensch- Hund ist nicht immer einfach, besonders was das soziale Verhalten dieser Rasse angeht, denn dieses ist in vielen Bereichen ebenfalls durchaus problematisch, besonders wenn die Hunde wie bei uns im Rudel gehalten werden.
Vorweg sei aber gesagt, dass Do Khyi im Kreise ihres eigenen „Rudels“ (dazu gehören natürlich zuerst die Zweibeiner) ausgesprochen friedfertige und sehr liebevolle Hunde sind, die ihren eigenen Leuten gegenüber bedingungslos treu und liebevoll besorgt gegenüber eingestellt sind. Genauso abweisend und durchaus auch abwehrend verhalten sich Do Khyi jedoch gegenüber allem was ihnen fremd oder bedrohlich erscheint.
Ein Do Khyi ist ein furchtloser Begleiter der sich so schnell durch nichts und niemanden erschüttern lässt, meisstens belässt er es anderen Hunden gegenüber bei einer deutlichen Warnung, danach ist in der Regel sowieso Ruhe. Auch mag sich ein Do Khyi nur in Begleitung seiner Leute von Fremden anfassen lassen, ist er allein auf dem Grundstück, sollte man dies tunlich unterlassen, dies deuten die Hunde aber auch sehr unmißverständlich an.
Der Do Khyi gehört wie der australische Dingo und einige andere Vertreter dieser Gattung zu den Urhundrassen, es ist nebenbei angemerkt auch eine der ältesten Hunderassen der Welt, nicht nur eine der Seltensten. So gleicht der Do Khyi mit bisher kaum dazu veränderten Anlagen noch in vielen Bereichen seines Verhaltens seinem Urvater dem Wolf, viel näher, als dies bei anderen Hunderassen seit tausenden von Jahren der fortlaufenden Degeneration längst nicht einmal mehr ansatzweise der Fall sein kann.
In den Hochlagen des Tibet wird der Do Khyi seit tausenden Jahren (eigentlich müsste man sagen wurde, denn die seit 60 Jahren anhaltene Besatzung des Tibet durch China hat dort sämtliche Traditionen durchbrochen bzw. gewaltsam ausgelöscht) als Schutzbegleiter der Nomaden mit der Aufgabe beschäftigt, Bewohner, Herde, Lager, Dorf und Wegstrecke zu sichern, dies sowohl gegen zwei- und vierbeiniges Raubzeug.
Der natürliche Feind der früheren Nomadenherden (in heutigen Tagen sind diese fast völlig verschwunden, die Nomaden wurden gewaltsam sesshaft gemacht) war/ist der Wolf und der Schneeleopard, mit beiden nimmt es der Do Khyi stets als Sieger auf. Chinesen haben es sich längere Zeit zum Spaß gemacht besonders kräftige Exemplare des Do Khyi in Arenen diese Qualitäten unter Beweis stellen zu lassen, nicht selten gewann ein einzelner Do Khyi gegen vier Wölfe im Ring. So wenig human ein solches „Kräftemessen“ letztlich für die beteiligten Tiere ist, so gut verdienen die Akteure mit solch einem schändlichen Treiben. Dies kennt man jedoch auch weltweit von anderen Hunderassen her.
Der Do Khyi ist also in allererster Linie ein für asiatische Verhältnisse gewaltig grosser und mächtiger Beschützer des Hab und Gut seines Herrn sichert dieses und wurde schon als Welpe genau auf diese Tätigkeit geprägt, dies wie gesagt, in der Abgeschiedenheit der Hochgebirgslagen seit tausenden von Jahren, ohne andere Einflüsse durch Vermischung mit anderen Rassen, wie diese unterhalb des Hochgebirges auf der Seidenstrasse der Mongolei ja Gang und Gäbe war.
Tausende von Jahren wussten die Menschen in den umhergelegenen Ländern nicht einmal, dass es im Hochgebirge ein Land über den Wolken gab. Die Karavanen zogen unterhalb vorbei nach Indien oder China, Kontakte wurden von den Tibetern weitestgehend vermieden. Über diese wahrlich lange Zeit bestanden also lediglich religiöse Bindungen in das Nachbarland dem Nepal, Fremden war der Übertritt der Landesgrenzen verboten, bis ins 20. Jahrhundert blieb dies unangetastet so.
Die geographische Lage des Tibet verhinderte zudem unliebsamen Besuch, über den Himalaya hinweg war dies zu allen Zeiten fast unmöglich, über die Mongolei auf der anderen Seite des Hochgebirges schlichtweg Unsinn, denn die reichen Handelsgründe lagen in den gegensätzlichen Richtungen, talwärts.
Mit oberem Artikel wollte ich eine kleine Einführung zu dieser besonderen Hunderasse einmal einem etwas grösseren Publikum vorstellen, denn mein Do Khyi Blog wendet sich natürlich primär an Rasseinteressenten, andere Halter und das Vereins- Züchterumfeld.
Dies ist eine relativ kleine und in sich leider völlig zerstrittene Zielgruppe. So gibt es untereinender bestenfalls kurzfristige Zweckbündnisse, ich habe viele Jahre (im Ergebnis leider erfologlos) versucht dies innerhalb eines Rasseforums das ich über 6 Jahre zur Rasse betrieben habe zu ändern, leider ist das genaue Gegenteil damit erreicht worden.
Heute gibt es vier kaum noch besuchte Foren und etliche Mailinglisten rund um den Globus, alles hat sich zersplittert und (um)gruppiert, alle treten ob der Uneinsichtigkeit der dort demagogisch wortführenden Akteure ständig weiter auf der Stelle, es menschelt dort kreuz und quer, ohne jede zielgerichtete Ambition für einen Gemeinschaftsgedanken.
Seit Jahren kritisiere ich dies nun anhand von belegbaren, ständig neu und aktuell dazu aufgezeigten Hintergründen, dass einzige was daraus resultierte war eine hündische Ergebenheit der Gruppenbeteiligten zu den jeweiligen Akteuren, die bedürfnisse Hunderasse scheint dort niemanden wirklich zu interessieren. Manche dieser Hintergründe sind derart unglaubwürdig und sinnfrei, dass es kaum noch erträglich ist.
In den letzten 3 Jahren bekam ich ca. 20 Mal Post aller möglichen Gerichtsstände, fast immer gingen diese unnütz zur ständigen Selbstdarstellung mancher Menschen offenbar notwenigen Aktionen, aus wie das Hornberger Schießen, diese Leute lernen nie dazu.
Was dabei völlig auf der Strecke bleibt ist die Hunderasse und deren Bedürfnisse, doch kaum jemand scheint dies mehr zu bemerken?
So bleibt dazu nur die Möglichkeit sämtliche relevanten Hintergründe im Sinne einer sachdienlichen Information zur Rasse immer wieder etwas näher der Realität anzupassen. Vielleicht ist es nachfolgenden Generationen von Haltern irgendwann einmal möglich Ursache und Wirkung sachdienlich und damit neutral zu beurteilen, ganz ohne dabei auf manipulierte Aussagen des Züchters zu vertrauen, von dem man seinen eigenen Hund erhalten hat? Dieser verfolgt leider nicht immer diesen Ansatz, sondern primär Kennel- oder Vereins- Interessen und erst lange danach Populationsinteressen, wenn überhaupt. Dies ist leider meine Erfahrung und zeigt sich immer wieder wie von selbst auf.
Diese besondere Hunderasse hätte es längst mehr als verdient, dass daran endlich etwas geändert würde!








