Verfasst von: impuls2008 | 20. Mai 2008

Wird NPS ein ständiger Begleiter im Internet?

Aus aktuellem Anlass: 

Heute, genau vor einem Jahr erschien die untere Satire in unserem Vorgängerblog: Da immer wieder zu beobachten ist, dass bestimmten Menschen die Realität zunehmend fremder wird, diese immer mehr durch ein völlig abstraktes Wunschdenken und eine Verzerrung der umgebenden Wirklichkeit ersetzt wird, sollten die Gründe dafür einmal ganz offen benannt werden.  Im Internet treffe ich tagtäglich viele Beispiele dazu an. In Foren, Listen und Blogkommentaren kann man sich oft des Eindruckes nicht erwehren, dass vielen Schreibern dort nicht mehr wirklich bewusst ist, dass das Internet keinesfall eine Therapie leisten kann oder als Tummelplatz für die eigenen Psychosen geeignet ist. In oberem Beispiel haben wir 3 Erkrankte, die sich ständig unter Zuhilfenahme verschiedener Pseudos antworten und die eigene Vorrede damit selbst bestätigen möchten. Die Therapiebedürftigen pflegen solcherarts oft einen “regen Austausch” zu Hintergründen, zu denen diese nicht annähernd zutreffend orientiert sind. Oft ist in solchen Gruppen aber auch nur ein Vorreiter unter verschiedenen Pseudos unterwegs um ein paar Gleichsinnfreie zu mobilisieren. Dies scheint den Erkrankten jedoch nicht einmal mehr bewusst zu sein. Auch ist der Selbsthilfegrad innerhalb einer solchen Gruppe mit annähernd gleichen Symptomen natürlich gleich Null, ganz anders ist dies jedoch bei Suchtkranken. In solchen Fällen kann nur noch dringend die Behandlung durch einen Facharzt angeraten werden.  [Bildquelle]

Heute ist mir danach solche Zusammenhänge wieder einmal in Form einer Satire aufzuarbeiten. Die folgende kleine Metapher sollte wie gesagt, als humoristische Satire verstanden werden. So wie es bei einer Satire üblich ist, gibt es natürlich keinerlei Bezug zu realen Personen, weder in der Gegenwart noch in der Vergangenheit und aus dem Inhalt abgeleitet, hoffentlich auch nicht unbedingt in der Zukunft. Ich habe oben einige Begriffe hervorgehoben, damit nicht etwa der Eindruck entsteht, dass es sich bei der folgenden Schilderung doch um eine Diffamierung von tatsächlich ungenannten Personen handeln könnte, denn auch dies wurde mir gelegentlich völlig unzutreffend unterstellt. Wie gesagt, der Hintergrund ist frei erfunden. Wer sich die Mühe macht die verschiedenen Begriffserklärungen nachzulesen, wird feststellen, dass sich solch ein Zusammenhang allein durch das Nichtvorhandensein von Namensnennungen, schon direkt ausschließt. Von mir aus… kann sich jedoch auch gern jeder Hundezüchter unserer Welt und jeder, der schon einmal eine Meinungsverschiedenheit mit mir hatte gern davon angesprochen fühlen, wenn es denn glücklicher macht…

Damals lag diese Metapher bereits über 6 Monaten auf der Festplatte und hat gewartet, bis sie an die frische Luft durfte, in meinem Vorgängerblog bereits vor über einem Jahr veröffentlicht, jetzt als Aktualisierung für diesen Blog, da sie an Aktualität leider nichts eingebüsst hat -lets go…!

In einer Tageszeitschrift fand sich gestern folgende Nachricht:

Hundezüchterin und einige ihrer Welpenkäufer an einer äußerst schweren Form von Großartigkeit und Grandiosität (NPS) erkrankt:

Wie uns am gestrigen Abend zu später Stunde mitgeteilt wurde ist eine durch verschiedene “Zusammenhänge” in der Hundezucht recht bekannte Züchterin schon seit längerem an einer akuten Form von NPS erkrankt und befindet sich seither in fachärztlicher Behandlung.
Da seit einigen Monaten auch einige Welpenkäufer durch eine ganze Reihe sehr ähnlicher Symptome auffällig geworden sind, vermutet der behandelnde Facharzt des Klinikums, dass es sich um ein bisher völlig unbekannte Form von Massen- NPS handelt, die in dieser Form bisher noch nicht aufgetreten ist.
NPS ist eine sehr heimtückische Krankheit deren Symptome schleichend, sich ganz allmählich, fast unmerklich steigernd auftreten. Zunächst wird der Patient dadurch auffällig, dass er sein Umfeld ständig damit zu belästigen beginnt, seine persönlichen Vorzüge, die tatsächlich jedoch nur in geringem Masse vorhanden sind, in den Vordergrund zu stellen. Dabei unterliegt der Patient dem schwerwiegenden Irrtum, dass seine Anmerkungen bei der Gegenseite auf großes Interesse stoßen würden. Fortan beginnt der Erkrankte seine Bemühungen um Aufmerksamkeit unablässig zu steigern.
Dabei greift der Patient auf immer ausschweifendere Methoden zurück, um seine Person und seine Leistungen in immer neuen Nuancen neu zu erfinden. Ein schwerer Realitätsverlust ist die Folge, wie uns der behandelnde Arzt noch am gestrigen Tage, unmittelbar nach der Einlieferung des Patienten in sein Klinikum mitteilte. Ersten Untersuchungen zur Folge konnte NPS zweifelsfrei diagnostiziert werden.
NPS beschreibt sich wie folgt:


Klassifikation der narzisstischen Persönlichkeitsstörung (NPS) nach ICD und DSM
ICD-10:
Die narzisstische Persönlichkeitsstörung wird im ICD 10 nur unter der Rubrik “Andere spezifische Persönlichkeitsstörungen” aufgeführt, jedoch nicht weiter charakterisiert, obwohl sie als Persönlichkeitsdiagnose häufig gebraucht wird.
DSM-IV Ein tief greifendes Muster von Großartigkeit (in Fantasie oder Verhalten), Bedürfnis nach Bewunderung und Mangel an Empathie. Der Beginn liegt im frühen Erwachsenenalter und zeigt sich in verschiedenen Situationen. Mindestens fünf der folgenden Kriterien müssen erfüllt sein:
 
 

 

1. hat ein grandioses Gefühl der eigenen Wichtigkeit (bertreibt z.B. die eigenen Leistungen und Talente; erwartet, ohne entsprechende Leistungen als überlegen anerkannt zu werden),
2. ist stark eingenommen von Fantasie grenzenlosen Erfolgs, Macht, Glanz, Schönheit oder idealer Liebe,
3. glaubt von sich “besonders” und einzigartig zu sein und nur von anderen besonderen Personen (oder Institutionen) verstanden zu werden oder nur mit diesen verkehren zu können,
4. verlangt nach übermäßiger Bewunderung,
5. legt ein Anspruchdenken an den Tag, d.h. übertriebenen Erwartungen an eine besonders bevorzugte Behandlung oder automatisches Eingehen auf die eigenen Erwartungen,
6. ist in zwischenmenschlichen Beziehungen ausbeuterisch, d.h. zieht Nutzen aus anderen, um eigene Ziele zu erreichen,
7. zeigt einen Mangel an Empathie: ist nicht willens, die eigenen Gefühle oder Bedürfnisse anderer zu erkennen oder sich mit ihnen zu identifizieren,
8. ist häufig neidisch auf andere oder glaubt, andere seien neidisch auf ihn/sie,
9. zeigt arrogante, überhebliche Verhaltensweisen oder Handlungen.
Bei der Hauptpatzientin trafen nach erster Diagnose schon ALLE neun genannten Merkmale unvermindert zu!


Maligner Narzissmus kann als Zwischenstufe von narzisstischer und antisozialer Persönlichkeitsstörung angesehen werden. Als maligner (= bösartiger) Narzissmus wird die Kombination von narzisstischer Persönlichkeitsstruktur, antisozialen Verhaltensweisen mit intensiven krankhaften Aggressionen und eventuellen paranoiden Neigungen bezeichnet. Kennzeichnend sind krankhafte Grandiosität bis hin zu Sadismus und Hass. Im Unterschied zur antisozialen Persönlichkeitsstörung, welche sich durch das völlige Fehlen von Schuldgefühlen und Gewissen und Sorge/Mitgefühl sich selbst und andere Menschen betreffend auszeichnet, sind jedoch beim malignen Narzissmus noch über-Ich Anteile funktionsfähig und es existiert auch ein Gefühl für Mitmenschen, wenn auch oft in ausbeuterischem Interesse.
Schlimmer noch, der Patient beginnt in fortschreitendem Stadium aufgrund seines exemplarischen Realitätsverlustes alle von ihm als feindlich eingestuften Mitmenschen unablässig zu denunzieren, dies überwiegend mit völlig frei erfundenen Zusammenhängen.Als feindlich wird eingestuft:- wer nicht mehrmals täglich das Gefühl der Großartigkeit des Patienten auslöst
- wer nicht Willens ist, den abstrakten Denkweisen des Patienten zu folgen
- wer unvorsichtiger Weise Versuche unternimmt, auf völlig unsachliche Statements hinzuweisen
- wer Bedenken gegen die Diffamierungsversuche des Patienten gegenüber Dritten äußert
- wer Zusammenhänge richtig stellt, die der Patient völlig sachfremd dargestellt hatte
 

In fortgeschrittenem Stadium scheut der Patient nicht mehr die Konfrontation mit Funktionären und Vorständen von Zuchtvereinen. Sobald er von dieser Seite gemaßregelt wird, beginnt er damit, den Zuchtverein zur Rücknahme seiner Entscheidungen nötigen zu wollen.
Da sämtliche Rechtsmittel zu seinem Nachteil erschöpft sind, beginnt er unter Zuhilfenahme von unwahren Zusammenhängen die übergeordnete Institution zu beschuldigen.
Wenn er dort kein Gehör findet versucht er seine Welpenkäufer unablässig davon zu überzeugen, wie richtig, notwendig und vor Allem selbstlos sein Handeln ist.
Durch Zustimmung dieser kleinen Gruppe schöpft der Patient neue Kraft für weitere Auseinandersetzungen, mittlerweile mit dem gesamten Umfeld der für ihn wichtigen Rassezucht.
Im Ergebnis werden seine Handlungen derart abstrakt, dass er ständig neue Rechtsmittel gegen alle ihn umgebenden, selbst geschaffenen Feindbilder anführt.
Leider sind die Unterstellungen die man dabei gegen beinahe alle anderen Züchterkollegen erhebt derart durchsichtig, dass selbst das eigene Umfeld beginnt Zweifel an den Verlautbarungen des Patienten zu hegen. Frühere Mitstreiter wenden sich enttäuscht ab. Ankündigung auf Ankündigung folgt diesem Beispiel. Mittlerweile ziehen sich immer mehr Menschen des Umfeldes ob dieser unverständlichen Handlungsweisen und des Stils der Verlautbarungen des Patienten von ihm zurück.
Durch den mittlerweile erlittenen Realitätsverluste werden dafür immer neue Feindbilder als Schuldige für die eigenen Situation geschaffen.
Durch unmittelbare, häufige Kontakt hat das persönliche Umfeld des Patienten selbst einen erheblichen Realitätsverlust erlitten, durch gebetsmühlenartige Wiederholung der Grandiosität des Patienten, wird das Umfeld daher selbst von einer gewissen Großartigkeitsempfindung der eigenen Person heimgesucht.
Fortan beginnt man sich selbst als Genetiker und Kynologe auszugeben um seinen eigenen Verlautbarungen noch mehr verzweifeltes Gewicht zu verleihen. Darauf angesprochen, dass dazu die Kleinigkeit eines Hochschulabschlusses fehle argumentiert das mittlerweile ebenfalls erkrankte Umfeld mit Mendel und lässt dabei völlig außer Acht, das man sich gegenwärtig bereits im 21. Jahrhundert befindet.
Im weiteren Verlauf der Krankheit beginnt man neben den eigentlichen Auseinandersetzungen fortlaufend neue, um seinem Umfeld Erfolge zu präsentieren, und lässt sich immer wieder bestätigen wie erfolgreich die eigenen Handlungen sind. Tatsächlich existieren jedoch keine wirklichen Erfolge in der Auseinandersetzung mit dem selbsternannten Feindbild. Man wird lediglich ignoriert oder regelmäßig sachlich und fachlich widerlegt.
Auch hier kommen wir dem Kern der Sache ebenfalls recht nahe:

 

Immer neue Vorwürfe gegen das mittlerweile fest zementierte Feindbild werden erhoben, fast sind es dabei immer Vorwürfe, die der Patient aus dem eigenen Unterbewusstsein ableitet.
Eigene Unzulänglichkeiten die den Patienten offenbar im Unterbewusstsein quälen werden dabei immer neu dem Feindbild als angeblich reale Verfehlung zugeordnet. Dabei wird vom Patienten völlig übersehen, dass das Feindbild keinerlei Gründe oder Motivation für solche Handlungen hat, sondern lediglich der Patient selbst.

Tatsächlich verstrickt sich der Patient dabei in immer schwerwiegendere Zusammenhänge und verliert einen Rechtsstreit nach dem anderen (einige gewinnt man sogar, weil diverse, ganz bewusst angewandte  Unwahrheiten nicht zu beweisen waren) Am Ende der Argumentationskette angelangt, will man tatsächlich den Weltdachverband der internationalen Hundezucht verklagen.

Man träumt doch tatsächlich davon den nationalen und internationalen Dachverband der Hundezucht durch Beschluss des Europäischen Gerichtshofes zur Selbstauflösung zwingen zu können =;)) - so etwas erklärte man im Brustton der Überzeugung erst noch im Herbst 2006…

Glücklicherweise konnte der Patient durch Einweisung in das nun behandelnde Klinikum daran gehindert werden, sein Umfeld weiterhin mit seiner nicht vorhandenen Grandiosität zu belästigen.

Die gute Nachricht ist: NPS ist heilbar, die Erfolgsquote einer fachärztlichen Behandlung liegt bei etwa 40% der daran Erkrankten.

Einige Personen des direkten Umfeldes können demnach damit rechnen in etwa 6-8 Wochen das Klinikum wieder verlassen zu dürfen.

Der Hauptpatient benötigt jedoch eine etwas längere Therapie, ca. 12 Monate wird die Behandlung noch andauern.

Glücklicherweise verfügt die Landesklinik über eine geschlossene Anstalt für Patienten die unter dem beschriebenen Krankheitsbild leiden. So konnte der Patient heimatnah untergebracht werden.

Von Besuchen ist derzeit abzusehen, da der Patient gegenwärtig immer noch unablässig nach einem Gespräch mit seinem Rechtsbeistand verlangt – um nun die Klinikleitung wegen Freiheitsberaubung zu verklagen!!

Und wenn sie nicht gesundet sind, – gibt es vielleicht schon bald weitere Satiren an dieser Stelle zu berichten.

Dazu passend, eine etwas “blonde” Situation aus dem Tierreich:

Die Moral dieser kleinen Geschichte ist:Frösche lernen das Fliegen nicht, …und mit dem Kopf durch die Wand  – ist auch noch niemandem gelungen.


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  1. [...] wurde einer meiner Artikel der sich mit dem Krankheitsbild NPS  (Narzisstische Persönlichkeitsstörung) befasste, den [...]


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